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Özdemir und Kappert-Gonther bewerben sich um Grünen-Fraktionsvorsitz

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir bewirbt sich gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Kappert-Gonther um den Fraktionsvorsitz seiner Partei.

Kappert-Gonther (l), und Özdemir (Grüne)

Kappert-Gonther (l), und Özdemir (Grüne)

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir bewirbt sich gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Kappert-Gonther um den Fraktionsvorsitz seiner Partei. "Wir sind überzeugt davon, dass ein fairer Wettbewerb der Fraktion gut tut - nach außen und nach innen", heißt es in dem Bewerbungsschreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Die Hoffnungen für einen politischen Aufbruch lägen "zu Recht maßgeblich bei uns Grünen" - daher trage die Fraktion auch eine "sehr hohe Verantwortung", die das Kandidatenduo "mit Euch zusammen" annehmen wolle.

Das Duo fordert damit die amtierenden Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter heraus. Diese führen die Fraktion der Grünen im Bundestag bereits seit knapp sechs Jahren an und wollen bei der bevorstehenden Wahl erneut antreten. Zunächst hatte "Spiegel Online" über die überraschende Bewerbung von Özdemir und Kappert-Gonther berichtet.

Ausdrücklich stellen Özdemir und Kappert-Gonther nicht die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck infrage. "Wir streben keine Spitzenkandidatur im nächsten Bundestagswahlkampf an", betonen sie. Es gehe ihnen um die "beste Aufstellung als Fraktion".

Özdemir und Kappert-Gonther heben in ihrem Schreiben an die Fraktion hervor, "nie stand die Klimakrise spürbarer im Fokus, nie wurde der Wunsch nach Veränderungen mit starken grünen Akteur*innen deutlicher gesellschaftlich formuliert als jetzt". Damit verbinde sich für die Grünen eine "entscheidende Verantwortung". Es gehe nun bis zur nächsten Bundestagswahl darum, "mit neuem Schwung der Gegenpol einer schwachen Regierung" zu sein und "mit Mut und Empathie auszubuchstabieren, was konstruktive und progressive Politik bedeutet".

Zugleich betonen die Bewerber, die Grünen seien die Partei, die "am klarsten den rassistischen, antifeministischen und antisemitischen Abgeordneten am rechten Rand entgegentreten". Die Verantwortung in dieser Auseinandersetzung müssten die Grünen "mit voller Kraft in der Herzkammer unserer Demokratie", im Bundestag, angehen.

Özdemir war bis Januar 2018 Bundesvorsitzender der Grünen und hatte seine Partei als Spitzenkandidat an der Seite von Göring-Eckardt in die Bundestagswahl 2017 geführt. Kappert-Gonther ist Sprecherin der Grünen-Fraktion für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung. Nach ihrer Tätigkeit als Ärztin war sie 2011 in die Bremische Bürgerschaft eingezogen, seit 2017 sitzt sie im Bundestag.

AFP