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Offensive gegen letzte IS-Bastion in Ost-Syrien gestartet

Kämpfer der kurdisch-arabischen Allianz haben am Freitag ihre entscheidende Offensive gegen die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Ostsyrien gestartet.

SDF-Kämpferinnen durchsuchen Frauen und Kinder bei Baghus

SDF-Kämpferinnen durchsuchen Frauen und Kinder bei Baghus

Kämpfer der kurdisch-arabischen Allianz haben am Freitag ihre entscheidende Offensive gegen die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Ostsyrien gestartet. Der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mustefa Bali, teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, vor dem Angriff auf das Dorf Baghus in der Provinz Deir Essor an der irakischen Grenze seien tausende Zivilisten sowie aus IS-Gefangenschaft befreite SDF-Kämpfer in Sicherheit gebracht worden.

Die von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützten SDF, deren Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden, belagern Baghus seit dem vergangenen September. In den vergangenen Tagen wurden nach SDF-Angaben rund 5000 Menschen - Männer, Frauen und Kinder - aus der Region Baghus herausgeholt, wo sich die letzten IS-Kämpfer auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer verschanzt haben. Unter den Evakuierten waren auch zahlreichen Frauen und Kinder von IS-Kämpfern.

Die geplante Militäroffensive verzögerte sich zuletzt, weil die Dschihadistenmiliz laut SDF Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" benutzte. Die zum Kampf entschlossenen Dschihadisten befanden sich in der östlichen Umgebung von Baghus.

Am Freitag verließen dutzende Menschen auf sechs Lastwagen den IS-Schlupfwinkel, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten. Bali sagte der AFP, die am Freitag aus der Ortschaft im Euphrattal herausgebrachten Menschen hätten gesagt, dass es in Baghus keine Zivilisten mehr gebe oder nur solche, die dort bleiben wollten. Wenn die SDF doch noch auf Zivilisten stoßen sollten, würden sie diese vor den Kämpfen in Sicherheit bringen. Allerdings müssten sie ihren Vormarsch fortsetzen.

Von dem "Kalifat", das die Dschihadistenmiliz im Sommer 2014 in Teilen des Iraks und Syriens ausgerufen hatte, ist fast nichts mehr übrig geblieben. In den vergangenen zwei Jahren befanden sich die IS-Kämpfer angesichts verschiedener Offensiven ständig auf dem Rückzug.

AFP

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