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Oscar-Show endet im Chaos: "La La Land" statt "Moonlight" als Gewinner verkündet

Es war ein Sieg für die Vielfalt des US-Kinos, doch wurde er von einer peinlichen Panne überschattet: Ausgerechnet zum Höhepunkt der Oscar-Verleihung wurde der falsche Film als Gewinner ausgerufen.

Verwirrung bei Oscar-Verleihung

Verwirrung bei Oscar-Verleihung

Es war ein Sieg für die Vielfalt des US-Kinos, doch wurde er von einer peinlichen Panne überschattet: Ausgerechnet zum Höhepunkt der Oscar-Verleihung wurde der falsche Film als Gewinner ausgerufen. In einem turbulenten Finale der Hollywood-Gala in der Nacht zum Montag wurde der Irrtum dann hektisch korrigiert - und das Drama "Moonlight" zum Sieger gekürt. Da hatten die Macher der Musical-Romanze "La La Land" bereits ihre Dankesreden begonnen.

Die Verwirrung um den Hauptgewinner überschattete viele Besonderheiten der Gala - etwa die hohe Zahl von afroamerikanischen Preisträgern und die diversen Attacken auf Donald Trump. Aber sie ist in der Geschichte der Oscars einmalig.

Erst nach und nach wurde deutlich, wie es zu dem Fiasko kommen konnte. Die Schauspiel-Legenden Faye Dunaway und hatten die Aufgabe übernommen, den Preis für den besten Film bekanntzugeben. Nachdem sie den Umschlag geöffnet hatten, nannten sie - allerdings erst nach kurzem Zögern - "La La Land" als Gewinner.

Was sie da noch nicht wussten: Die beiden Angestellten der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers, die für Auszählung der Oscar-Stimmen zuständig sind und als einzige die Gewinner kannten, hatten versehentlich den Umschlag für die falsche Kategorie übermittelt. Das Unternehmen entschuldigte sich bei allen Beteiligten und Zuschauern. Alle seien mit großem "Anstand" mit der Situation umgegangen.

Es waren die "La La Land"-Macher selbst, die verkündeten, dass ein Fehler passiert sei und in Wahrheit "Moonlight" gewonnen habe. Der 79-jährige Beatty sagte später, auf der Karte, die er aus dem Umschlag gezogen habe, hätten der Name der Schauspielerin Emma Stone sowie "La La Land" gestanden. Stone hatte zuvor für ihre Rolle in dem Musical-Film den Oscar als beste Schauspielerin erhalten.

"La La Land" war mit 14 Nominierungen als großer Favorit in das Oscar-Finale gezogen, wurde den Erwartungen aber nur teilweise gerecht. Die Hommage an das Goldene Zeitalter Hollywoods gewann sechs Preise, darunter den Regie-Preis für Damien Chazelle und zwei Auszeichnungen für die Musik.

"Moonlight", die Geschichte eines in einem Armenviertel heranwachsenden homosexuellen Afromerikaners, holte zwar nur drei Oscars - die Auszeichnung für den besten Film ist jedoch die prestigeträchtigste von allen.

Nachdem die US-Filmakademie im vergangenen Jahr viel Kritik dafür hatte einstecken müssen, dass afroamerikanische Künstler komplett leer ausgegangen waren, war es diesmal ein großer Abend für sie. Bei "Moonlight" schrieben nicht nur Schwarze das Drehbuch, sondern es führte mit Barry Jenkins auch ein junger Afroamerikaner die Regie. Zudem gewann die Afroamerikanerin Viola Davis für ihre Rolle in dem Familiendrama "Fences" den Preis als beste weibliche Nebendarstellerin.

Erstmals zu Oscar-Ehren kam ferner Casey Affleck, der jüngere Bruder von Ben Affleck. Er gewann den Preis als bester männlicher Hauptdarsteller für das Drama "Manchester by the Sea".

Enttäuschend verlief der Abend hingegen für die deutsche Regisseurin Maren Ade, die mit "Toni Erdmann" für den Preis als bester fremdsprachiger Film nominiert war. Die Auszeichnung ging jedoch an "The Salesman" des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi.

Moderator Jimmy Kimmel sowie andere Teilnehmer der Show richteten zahlreiche kritische und spöttische Botschaften an Präsident Trump. So merkte Kimmel sarkastisch an, die Gala werde in mehr als 225 Ländern verfolgt, "die uns jetzt hassen".

AFP

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