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Palästinenser-Regierung: Kleinkind bei israelischem Luftangriff getötet

Bei Israels jüngsten Luftangriffen auf den Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Kleinkind getötet worden.

Rauchsäule über Gaza nach israelischem Angriff

Rauchsäule über Gaza nach israelischem Angriff

Bei Israels jüngsten Luftangriffen auf den Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Kleinkind getötet worden. Ein 14 Monate altes Mädchen namens Sabaa Arar sei gestorben, als die israelische Armee am Samstag das Wohnhaus seiner Familie beschossen habe, erklärte das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen. Die schwangere Mutter des Kindes wurde demnach schwer verletzt.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, ihr lägen dazu keinerlei Informationen vor. Die Armee beteuert stets, dass sie bei ihren Vergeltungsangriffen nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ausschließlich militante Palästinenser ins Visier nimmt.

Nach neuen Angaben der israelischen Armee hatten militante Palästinenser am Samstag etwa 200 Raketen vom Gazastreifen auf den Süden und das Zentrum Israels gefeuert. Davon seien mehrere Dutzend Geschosse vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen worden. Die meisten anderen Geschosse gingen nach Angaben der Polizei auf unbewohntem Gebiet nieder.

Allerdings wurden der Polizei zufolge mehrere Israelis verletzt. In der Stadt Kirjat Gat erlitt eine 50-jährige Frau bei der Explosion einer Rakete schwere Verletzungen. Außerdem wurde ein ebenfalls 50-jähriger Israeli bei einem Raketenangriff auf die Stadt Aschkelon verwundet. Darüber hinaus habe es weitere Verletzte gegeben, erklärte die Polizei, ohne nähere Angaben zu machen.

Am Freitag waren bei den gewaltsamsten Protesten seit Wochen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel vier Palästinenser getötet und zwei israelische Soldaten verletzt worden. 50 weitere Demonstranten wurden nach palästinensischen Angaben durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt. Nach israelischen Armeeangaben beteiligten sich etwa 7400 Palästinenser an den Demonstrationen.

Israel und radikale Palästinenser hatten sich vor der israelischen Parlamentswahl am 9. April auf einen von Ägypten vermittelten Waffenstillstand verständigt. Wochenlang flauten die Auseinandersetzungen merklich ab. Am Dienstag schränkte Israel den Fischereibereich für Schiffe aus dem Gazastreifen ein. Seither nahmen die Spannungen wieder zu.

Bereits seit gut einem Jahr finden jeden Freitag Demonstrationen entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel statt. Immer wieder arten die Proteste in Gewalt aus. Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens. Seit Beginn der Proteste im März 2018 wurden mindestens 270 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen an der Grenze. Im selben Zeitraum wurden dort zwei israelische Soldaten getötet.

AFP
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