HOME

Papst Franziskus nimmt Rücktritt von chilenischem Kardinal Ezzati an

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus den Rücktritt des chilenischen Kardinals Ricardo Ezzati angenommen.

Ezzati nach einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft im Oktober

Ezzati nach einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft im Oktober

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus den Rücktritt des chilenischen Kardinals Ricardo Ezzati angenommen. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, nahm der Papst das schon vor Monaten eingereichte Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von Santiago de Chile an. Ezzati steht im Verdacht, den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester vertuscht zu haben.

Die Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen sorgt in der katholischen Kirche in Chile seit Monaten für Aufruhr. Ezzati ist bereits der siebte ranghohe katholische Geistliche in Chile, der sein Kirchenamt niedergelegt hat. Die chilenische Justiz hat rund 150 Ermittlungsverfahren gegen katholische Geistliche und andere Kirchenvertreter eingeleitet.

Medienberichten zufolge hatte das oberste chilenische Berufungsgericht am Freitag entschieden, dass Ezzati vor Gericht gestellt werden soll. Ihm wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle durch drei katholische Priester nicht gemeldet zu haben. Im vergangenen Oktober wurde er von der Staatsanwaltschaft dazu befragt.

Ezzati hat versprochen, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Bisher hat er sich aber nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert, sondern lediglich seine Unschuld beteuert.

Der aus Italien stammenden Ezzati hatte seinen Rücktritt bereits im Mai 2018 eingereicht - zusammen mit allen anderen katholischen Bischöfen aus Chile. Bisher hat der Papst aber nur sieben Rücktrittsgesuche angenommen. Ezzati war bislang der ranghöchste katholische Geistliche in Chile.

Papst Franziskus hatte Kritik auf sich gezogen, weil er während einer Chile-Reise im Januar 2018 dem umstrittenen Bischof Juan Barros Rückendeckung gegeben hatte. Dieser soll den wegen Missbrauchs verurteilten ehemaligen Priesterausbilder Fernando Karadima gedeckt haben. Inzwischen trat Barros von seinem Kirchenamt zurück.

Die Bischofskonferenz des Landes bat die Opfer im August 2018 um Verzeihung. Sie kündigte an, ab sofort eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten und Ermittlungen öffentlich zu machen.

AFP

Das könnte sie auch interessieren