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Parlamentswahl in Israel begonnen

In Israel haben am Dienstag die vorgezogenen Parlamentswahlen begonnen. Bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.

Regierungschef Netanjahu und seine Frau Sara bei der Stimmabgabe

Regierungschef Netanjahu und seine Frau Sara bei der Stimmabgabe

In Israel haben am Dienstag die vorgezogenen Parlamentswahlen begonnen. Bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) sind rund 6,3 Millionen Bürger aufgerufen, über die neue Zusammensetzung der Knesset zu entscheiden. Der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief bei seiner Stimmabgabe die Wähler angesichts des engen Rennens auf, zahlreich zu erscheinen. Sein Herausforderer Benny Gantz kündigte für den Fall eines Wahlsiegs "Wandel ohne Korruption und ohne Extremismus" an.

Netanjahu, dem eine Anklage wegen Korruption droht, war es nach der Wahl im April nicht gelungen, eine Regierung zu bilden. Für eine Koalition seiner Likud-Partei mit mehreren kleineren rechtsgerichteten und religiösen Parteien erhielt der 69-Jährige, der insgesamt seit mehr als 13 Jahren Ministerpräsident ist, keine Mehrheit.

Auch diesmal ist sein Hauptgegner der 60-jährige Ex-Generalstabschef Gantz, der mit seiner Liste Blau-Weiß in Umfragen Kopf an Kopf mit Netanjahus Likud liegt. Von den 120 Sitzen im Parlament in Jerusalem dürften die Likud-Partei und die Liste Blau-Weiß Umfragen zufolge jeweils rund 32 gewinnen.

Die Rolle des Königsmachers bei der Bildung einer Koalition könnte dann erneut der laizistisch-nationalistischen Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) von Ex-Verteidigungsminister Avigdor Lieberman zufallen, der rund zehn Mandate vorausgesagt werden. Im April scheiterte die von Netanjahu angestrebte Koalition am Widerstand Liebermans, der eine Zusammenarbeit mit ultraorthodoxen Parteien ablehnt.

AFP