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Pentagon: 132 Zivilisten im Jahr 2019 weltweit bei US-Armeeeinsätzen getötet

US-Soldaten Anfang Mai in der syrischen Provinz Hassaka
US-Soldaten Anfang Mai in der syrischen Provinz Hassaka
© © 2020 AFP
Bei weltweiten Einsätzen der US-Armee sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Pentagon 132 Zivilisten getötet worden - eine deutlich niedrigere Zahl als die von Nichtregierungsorganisationen.

Bei weltweiten Einsätzen der US-Armee sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Pentagon 132 Zivilisten getötet worden - eine deutlich niedrigere Zahl als die von Nichtregierungsorganisationen. Bei Einsätzen im Irak, in Syrien, Afghanistan und Somalia seien "ungefähr 132 Zivilisten getötet und ungefähr 91 Zivilisten verletzt worden", heißt es in einem am Mittwoch vom Pentagon veröffentlichten Jahresbericht, den der US-Kongress verlangt.

Die meisten zivilen Opfer gab es laut US-Verteidigungsministerium mit 108 Toten und 75 Verletzten in Afghanistan. Im Irak und in Syrien übernahm das Pentagon die Verantwortung für 22 Tote und 13 Verletzte. In Somalia wurden demnach zwei Zivilisten getötet und drei verletzt. Für die US-Einsätze im Jemen und in Libyen seien keine zivilen Opfer "identifiziert" worden.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen veröffentlichen regelmäßig weitaus höhere Todeszahlen durch US-Angriffe in Kriegsgebieten. Die Organisation Airwars, die zivile Opfer durch Luftangriffe zählt, schätzt die Zahl der getöteten Zivilisten 2019 durch die US-geführte internationale Koalition allein in Syrien auf zwischen 465 und 1113.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bemerkte zwar, dass das Pentagon mit der Vorlage des Berichts "Fortschritte hinsichtlich der Transparenz von US-Militäreinsätzen" gemacht habe. Der Inhalt zeige aber, "dass das Pentagon die Zahl ziviler Opfer weiterhin unterbewertet". "Im Vergleich zu glaubwürdigen Auflistungen unabhängiger Medien und Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen ist klar, dass die Untersuchungen des Pentagon weiterhin beklagenswert unzureichend sind", hieß es von Amnesty.

AFP

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