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Polizei: Zwei vermisste Deutsche auf Mallorca wahrscheinlich tot

Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind nach Angaben der spanischen Polizei wahrscheinlich auch zwei Deutsche getötet worden.

Aufräumen in Sant Llorenç des Cardassar

Aufräumen in Sant Llorenç des Cardassar

Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind nach Angaben der spanischen Polizei wahrscheinlich auch zwei Deutsche getötet worden. In der Nähe der Ortschaft Artà seien ein Mann und eine Frau tot aufgefunden worden, erklärte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden die Leichen unweit des Autos eines vermissten deutschen Paars gefunden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf insgesamt zwölf.

Heftiger Regen hatte am Dienstagabend den Nordosten der spanischen Urlaubsinsel heimgesucht. Binnen weniger Stunden fielen rund 220 Liter Regen pro Quadratmeter, Häuser wurden geflutet, Autos weggespült. Unter den zwölf Todesopfern sind auch ein britisches Paar und eine Niederländerin.

In einem verlassenen Auto fanden die Rettungskräfte deutsche Ausweisdokumente, wie ein Sprecher der Zentralregierung mitteilte. Im Auswärtigen Amt in Berlin wurde zunächst bestätigt, dass zwei Deutsche vermisst würden. Das deutsche Konsulat in Palma stehe in engem Kontakt mit den mallorquinischen Behörden.

Am schwersten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar, wo sich ein Bach in kürzester Zeit in einen reißenden Fluss verwandelte. Dort suchten hunderte Rettungskräfte am Donnerstag noch nach einem vermissten Jungen. Der Fünfjährige, seine Mutter und seine Schwester wurden im Auto von den Fluten überrascht. Örtlichen Medien zufolge konnte die Frau noch ihre Tochter retten, bevor sie vom Wasser mitgerissen wurde; von dem Jungen fehlte zunächst jede Spur.

Das ältere britische Paar wurde in einem Taxi auf dem Weg zum Hotel von den Fluten mitgerissen. Der Taxifahrer kam dabei ebenfalls ums Leben. Eine weitere Leiche konnte noch nicht identifiziert werden. Bei dem Mann handelt es sich Behördenangaben zufolge ebenfalls um einen Ausländer.

In Sant Llorenç des Cardassar wurden die Aufräumarbeiten am Donnerstag fortgesetzt. Soldaten schaufelten die dicken Schlammschichten von den Straßen. Einwohner versuchten, ihre Häuser von den Spuren der Flut zu reinigen und die Schäden zu beheben. Spuren des Unwetters waren an Häuserwänden in bis zu drei Metern Höhe zu sehen.

Bei den Aufräumarbeiten packte auch der aus der Region stammende Tennis-Star Rafael Nadal mit an. Später legte er gemeinsam mit anderen Trauernden in seiner Tennisschule im benachbarten Manacor eine Schweigeminute ein. Die Regionalregierung der Balearen hatte zuvor eine dreitägige Trauer angeordnet. Madrid versprach den Betroffenen rasche Hilfe.

Unterdessen wuchs die Kritik an den Behörden. Viele Einwohner klagten über fehlende Unwetterwarnungen. Nach Auffassung der Zeitung "El País" zeigt die "Tragödie" schwere Fehler "bei der Koordinierung und Stadtplanung" auf. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Ecologistas en Acción hätte sich die "Tragödie von Sant Llorenç vermeiden lassen, wäre das Bauverbot für Überschwemmungsgebiete respektiert worden".

AFP
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