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Polizei im bayerischen Amberg prüft Hinweise auf rechtsextreme Bürgerwehren

Nach den mutmaßlich von Asylbewerbern verübten Angriffen auf Passanten im bayerischen Amberg prüft die Polizei Hinweise auf rechtsextreme Bürgerwehren in der Stadt.

Die Innenstadt von Amberg

Die Innenstadt von Amberg

Nach den mutmaßlich von Asylbewerbern verübten Angriffen auf Passanten im bayerischen Amberg prüft die Polizei Hinweise auf rechtsextreme Bürgerwehren in der Stadt. In sozialen Netzwerken gebe es ein "allgemeines Hinweisaufkommen", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Details zu den Ermittlungen, wie beispielsweise die Anzahl der eingegangenen Indizien, nannte er nicht.

Bürgerwehren und sogenannte "Schutzzonen" werde die Polizei nicht dulden, sagte der Polizeisprecher weiter. Die NPD Nürnberg hatte am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite Fotos veröffentlicht, die Menschen in roten Warnwesten dabei zeigen, wie sie durch Amberg ziehen. Auf den Westen ist der Schriftzug "Wir schaffen Schutzzonen" zu sehen.

Demonstrationen in der Stadt sind für die kommenden Tage nicht angemeldet. "Uns ist nichts darüber bekannt, dass noch Anmeldungen kommen werden", sagte ein Sprecher der Stadt Amberg zu AFP. Jedoch wollten am Donnerstagnachmittag nach eigenen Angaben mehrere bayerische AfD-Politiker, darunter die Landtags-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner, nach Amberg kommen. Ebner-Steiner kündigte auf ihrer Facebook-Seite an, Gespräche mit Polizisten und Bürgern führen zu wollen.

Am Samstagabend waren in der oberpfälzischen Stadt zwölf Menschen attackiert und verletzt worden, ein 17-Jähriger wurde wegen einer Kopfverletzung stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Gegen vier Beschuldigte im Alter von 17 bis 19 Jahren wurde Haftbefehl erlassen; sie stammen aus Afghanistan und dem Iran, wie das bayerische Innenministerium mitteilte. Damit widersprach es Berichten, denen zufolge ein Verdächtiger aus Syrien stammen soll.

Nach Angaben der Polizei standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss, als sie die Passanten attackierten.

AFP

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