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Polizei in Teheran erhielt vor jüngsten Protesten Befehl zur "Zurückhaltung"

Die Polizei in Teheran hat vor den jüngsten regierungskritischen Demonstrationen einen Befehl zur Zurückhaltung erhalten.

Demonstrantin bei Mahnwache für die Opfer des Abschusses

Demonstrantin bei Mahnwache für die Opfer des Abschusses

Die Polizei in Teheran hat vor den jüngsten regierungskritischen Demonstrationen einen Befehl zur Zurückhaltung erhalten. Bei den Protesten gegen den Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs am Sonntagabend habe die Polizei sich in "Geduld und Toleranz" geübt, erklärte Polizeigeneral Hossein Rahimi am Montag. Die Polizei habe "überhaupt nicht geschossen", weil sie einen "Befehl zur Zurückhaltung" bekommen habe.

Am Samstag ging die Polizei gegen mehrere hundert Demonstranten an der Amir-Kabir-Universität in Teheran mit Tränengas vor. Bei der Kundgebung wurde der Rücktritt der Verantwortlichen für den Flugzeugabschuss gefordert. Bei dem Abschuss waren am Mittwoch kurz nach dem Start der Boeing in Teheran alle 176 Insassen ums Leben gekommen. Zur Zahl der Teilnehmer an den Protesten am Sonntag lagen keine verlässlichen Angaben vor.

Das britische Außenministerium bestellte unterdessen den iranischen Botschafter ein, um gegen die vorübergehende Festsetzung des britischen Botschafters in Teheran am Samstag zu protestieren. Dem Botschafter sollten die "schweren Einwände" gegen diese Maßnahme vorgetragen werden, die einen "nicht hinnehmbaren Bruch" der diplomatischen Gepflogenheiten darstellten, teilte das Amt von Premierminister Boris Johnson in London mit. Botschafter Hamid Baeidinedschad solle versichern, dass so etwas nicht wieder vorkomme.

Die iranischen Behörden hatten den britischen Botschafter Rob Macaire kurzzeitig in Gewahrsam genommen und ihm vorgeworfen, sich an illegalen Protesten beteiligt und diese provoziert zu haben. Macaire wies die Vorwürfe zurück. Vielmehr sei er zu einer Trauerwache für die Opfer des abgeschossenen ukrainischen Flugzeugs gegangen und habe diese verlassen, als dort regierungskritische Rufe laut geworden seien.

AFP
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