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Polizei startet Abbau erster Holzkonstruktionen von Besetzern im Hambacher Forst

Im von Kohlegegnern teilweise besetzten Hambacher Forst haben Polizisten am Donnerstag mit der Demontage erster Holzkonstruktionen begonnen, die Klimaaktivisten in den Waldgebiet im rheinischen

Polizeifahrzeuge am Tagebau Hambach

Polizeifahrzeuge am Tagebau Hambach

Im von Kohlegegnern teilweise besetzten Hambacher Forst haben Polizisten am Donnerstag mit der Demontage erster Holzkonstruktionen begonnen, die Klimaaktivisten in den Waldgebiet im rheinischen Braunkohlerevier errichteten. Abgebaut werden sollte unter anderem eine an drei Baumstämmen befestigte Plattform, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot in das Waldgebiet aus, um die Räumung von gut 50 Baumhäusern durchzusetzen.

Die geplante Räumung beschäftigt derweil auch die Justiz: Beim Kölner Verwaltungsgericht gingen am Donnerstag zwei Eilanträge gegen die drohende Räumung der Baumhäuser ein. Die zuständige Kammer berate nun darüber, sagte eine Sprecherin. Eine Entscheidung solle so schnell wie möglich fallen. Nach Angaben der Antikohle-Initiative "Ende Gelände" wollen sich zahlreiche Bewohner der Baumhäuser gerichtlich gegen die Räumung zur Wehr setzen.

Der Hambacher Forst zwischen Aachen und Köln ist Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung. Der Energiekonzern RWE will am Rand des Braunkohletagebaus Hambach ab Mitte Oktober hundert Hektar Wald roden, um den Tagebau zu vergrößern - dies sei "kurzfristig zwingend erforderlich", um die Kohleförderung aus dem Tagebau Hambach sicherzustellen, argumentiert der Konzern.

Das nordhein-westfälische Bauministerium wies die Stadt Kerpen und den Kreis Düren am Mittwochabend an, die teils schon vor Jahren errichteten Baumhäuser unverzüglich zu räumen. Als Grund wurde der fehlende Brandschutz bei den Baumhäusern genannt.

Scharfe Kritik an der Räumungsaktion übten Grüne und Linke. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nannte die Räumung "eine Provokation und völlig unverantwortliche Eskalation". "Das vorgeschobene Argument des Brandschutzes ist an den Haaren herbei gezogen", erklärte Hofreiter in Berlin. "Dass hier einer der größten Polizeieinsätze in der Geschichte NRWs geplant wird, sagt auch etwas über die Prioritätensetzung der Landesregierung aus."

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping kritisierte, die "plötzliche Räumung der Baumhäuser mit der absurden Begründung - Brandschutz - eskaliert den Braunkohlekonflikt". "Und dies zu Gunsten einer ungebremsten Kohleverstromung anstatt eines Ringens um tragfähige und nachhaltige Lösungen für Umwelt und Beschäftigung."

AFP

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