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Presse: Rom will automatisches System zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU

Die neue italienische Regierung will Medienberichten zufolge mit anderen Regierungen ein System zur automatischen Verteilung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer auf andere EU-Staaten vereinbaren.

Archivbild von der Seenotrettung im Mittelmeer

Archivbild von der Seenotrettung im Mittelmeer

Die neue italienische Regierung will Medienberichten zufolge mit anderen Regierungen ein System zur automatischen Verteilung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer auf andere EU-Staaten vereinbaren. Die Regierungen in Berlin und Paris hätten bereits zugestimmt, berichteten die italienischen Zeitungen "Repubblica" und "Stampa" am Donnerstag.

Laut "Repubblica" wollen Deutschland und Frankreich je ein Viertel der Flüchtlinge aufnehmen, die im Mittelmeer gerettet werden. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt ein langes Tauziehen um Flüchtlingsgruppen gegeben, die mit Rettungsschiffen vor der Küste Italiens eintrafen.

Der Anteil Italiens an der Aufnahme der Flüchtlinge würde sich laut "Repubblica" auf ein Zehntel belaufen. Als weitere Staaten, die sich beteiligen könnten, nannten die Zeitungen Luxemburg, Malta, Portugal, Rumänien und Spanien. Grundsätzlich ablehnend reagierten in der Vergangenheit Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte wird über das Vorhaben der Flüchtlingsverteilung am 18. September mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sprechen, wenn dieser zu einem Italien-Besuch erwartet wird. Weitere Beratungen sind im Kreise der EU-Innenminister geplant, die am 23. September in Malta zusammenkommen.

Italien will das bisherige System der Vereinbarungen von Dublin überwinden, nach dem die Zuständigkeit für den Umgang mit Flüchtlingen immer bei dem EU-Land liegt, in dem die Flüchtlinge zuerst eintrafen.

AFP