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Pro Asyl ruft SPD-Abgeordnete zu Nein zu Migrationspaket auf

Vor der Abstimmung über das Migrationspaket der Koalition am Freitag im Bundestag hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl vor allem die Abgeordneten der SPD aufgerufen, den darin vorgesehenen

Abschiebehaftanstalt in Bayern

Abschiebehaftanstalt in Bayern

Vor der Abstimmung über das Migrationspaket der Koalition am Freitag im Bundestag hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl vor allem die Abgeordneten der SPD aufgerufen, den darin vorgesehenen Verschlechterungen für Asylbewerber nicht zuzustimmen. "Ziehen Sie die Notbremse, das Hau-ab-Gesetz öffnet den Weg für schrankenlose Inhaftierungen und Abschiebungen nach vorheriger Entrechtung durch die Isolation in den Ankerzentren", erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günther Burkhardt am Donnerstag in Berlin.

Pro Asyl warnte unter anderem vor einer Zunahme von Abschiebungen nach Afghanistan, wie sie die Koalition beabsichtige. Burkhardt verwies dabei auf die katastrophale Sicherheitslage in dem Bürgerkriegsland. Der SPD warf er vor, sich mit ihrer Zustimmung zu dem Gesetzespaket "von humanitären und rechtsstaatlichen Grundsätzen zu verabschieden", was "wider alle Fakten schöngeredet wird". "Eine Partei, die ihre Inhalte preisgibt, zerstört sich selbst", erklärte der Pro-Asyl-Geschäftsführer.

Auch die Grünen-Politikerin Filiz Polat kritisierte die vorgesehenen "massiven Eingriffe in Grund- und Menschenrechte" im ZDF-"Morgenmagazin" als "unverhältnismäßig". Sie wandte sich besonders gegen das Vorhaben der Koalition, Ausreisepflichtige in normalen Gefängnissen unterzubringen. Es handele sich hier nicht um Straftäter, viele der Betroffenen seien zudem Minderjährige, sagte die Grünen-Politikerin.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verteidigte dagegen das Gesetzespaket als ausgewogenen Kompromiss. Dies sei "ein gutes Migrationspaket", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Rechtsstaatliche Vorgaben würden beachtet, da Ausreisepflichtige von Straftätern in den Gefängnissen räumlich getrennt werden sollten. Allerdings gibt es auch in der SPD gegen das Gesetzespaket erhebliche Widerstände.

Die Neuregelung sieht unter anderem eine deutliche Ausweitung von Abschiebehaft vor. Außerdem sollen Leistungen an Asylbewerber eingeschränkt werden. Geplant ist auch ein neuer Duldungsstatus mit verringerten Rechtsansprüchen. Verknüpft ist das Paket mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz zur Erleichterung der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, auf das vor allem die SPD drängt.

AFP