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Proteste gegen Rassismus in mehreren europäischen Hauptstädten

In mehreren europäischen Hauptstädten sind am Mittwoch Menschen auf die Straße gegangen, um sich mit den Protesten in den USA gegen exzessive Polizeigewalt und Rassismus zu solidarisieren.

Demonstranten in Athen werfen Molotow-Cocktails

Demonstranten in Athen werfen Molotow-Cocktails

In mehreren europäischen Hauptstädten sind am Mittwoch Menschen auf die Straße gegangen, um sich mit den Protesten in den USA gegen exzessive Polizeigewalt und Rassismus zu solidarisieren. In Athen kam es dabei zu schweren Ausschreitungen.

Eine Gruppe junger Demonstranten bewarf nahe der US-Botschaft in der griechischen Hauptstadt die Polizei mit Molotow-Cocktails, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Einige Demonstranten zündeten auch Mülleimer an. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Rund 3000 Menschen hatten an dem Protestmarsch in der griechischen Hauptstadt teilgenommen. Auf einem Transparent an der Spitze des Marsches wurden "Rassismus" und der "mörderische amerikanische Staat" angeprangert.

In London marschierten mehrere tausend Demonstranten zum Amtssitz von Premierminister Boris Johnson in der Downing Street. Während des überwiegend friedlichen Protests in der britischen Hauptstadt riefen Teilnehmer den Namen des Afroamerikaners George Floyd, der Anfang der vergangenen Woche durch einen brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis getötet worden war. Schilder mit den Slogans "Genug ist Genug" und "Gerechtigkeit für George Floyd" wurden in die Höhe gehalten.

Auch der aus der "Star-Wars"-Reihe bekannte Schauspieler John Boyega beteiligte sich an der Londoner Protestaktion. In einer emotionalen Rede rief er dazu auf, friedlich zu demonstrieren. "Wir können alle dazu beitragen, diese Welt besser zu machen", sagte Boyega.

Premier Johnson verurteilte den tödlichen Polizeieinsatz gegen Floyd. "Was in den Vereinigten Staaten passiert ist, war entsetzlich und unverzeihlich", sagte der Regierungschef im Parlament. Seine Botschaft an US-Präsident Donald Trump sei, dass "rassistische Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft" haben dürfe, sagte Johnson später vor Journalisten. Bereits am Wochenende hatte es in mehreren britischen Städten Proteste gegen Rassismus gegeben.

Auch in Stockholm demonstrierten mehrere tausend Menschen. Die Polizei löste den Protest auf, da sich in Schweden wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht mehr als 50 Menschen versammeln dürfen. Nach Angaben eines AFP-Reporters setzten die Sicherheitskräfte vor dem Königlichen Schloss Pfefferspray gegen Demonstranten ein.

In Helsinki nahmen etwa 3000 Menschen an einer friedlichen Kundgebung gegen Rassismus teil. Die Demonstration wurde nach einer Stunde auf Aufforderung der Polizei beendet. In Finnland dürfen sich derzeit nicht mehr als 500 Menschen versammeln.

In den USA hat Floyds Tod landesweite Proteste ausgelöst, die seit mehr als einer Woche immer wieder in Ausschreitungen eskalieren. Dutzende US-Städte haben Ausgangssperren verhängt.

AFP

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