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Prozess um massenhaften Kindesmissbrauch von Lügde begonnen

Fünf Monate nach Bekanntwerden des massenhaften Kindesmissbrauchs im nordrhein-westfälischen Lügde hat am Donnerstag vor dem Landgericht Detmold der Strafprozess gegen die drei mutmaßlichen

Gerichtsgebäude in Detmold

Gerichtsgebäude in Detmold

Fünf Monate nach Bekanntwerden des massenhaften Kindesmissbrauchs im nordrhein-westfälischen Lügde hat am Donnerstag vor dem Landgericht Detmold der Strafprozess gegen die drei mutmaßlichen Haupttäter begonnen. Angeklagt sind ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 49-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade und ein 34-Jähriger aus Steinheim im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter.

Allein dem 56-jährigen Ex-Dauercamper legt die Detmolder Staatsanwaltschaft 298 Straftaten zur Last, die er im Sommer 1998 und seit Anfang 2008 bis Ende 2018 an 23 Kindern begangen haben soll. Insgesamt sollen mehr als 40 Kinder seit 1998 auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde-Elbrinxen missbraucht worden sein. Die meisten Opfer waren zu den Tatzeiten zwischen drei und 14 Jahre alt.

In dem Prozess vor der Detmolder Jugendschutzkammer treten 27 Opfer als Nebenkläger auf. Für das Verfahren beraumte das Landgericht Detmold zunächst insgesamt zehn Verhandlungstagen bis Ende August an.

Der Fall Lügde gilt als einer der größten Missbrauchsskandale der vergangen Jahrzehnte. Der jahrelange Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. In der Folgezeit wurden eine ganze Reihe von Ermittlungspannen und Behördenfehler in dem Fall offenkundig. Unter anderem verschwand bei der Polizei Lippe Beweismaterial. Auch das Verhalten von Jugendämtern im Tatzeitraum wurde scharf kritisiert.

AFP