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Puigdemont will Kampf für Kataloniens Unabhängigkeit fortsetzen

Der von Madrid abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont ist am Samstag von Deutschland in sein belgisches Exil zurückgekehrt.

Puigdemont (r.) mit seinem Nachfolger Torra in Brüssel

Puigdemont (r.) mit seinem Nachfolger Torra in Brüssel

Der von Madrid abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont ist am Samstag von Deutschland in sein belgisches Exil zurückgekehrt. Auf einer Pressekonferenz in der katalanischen Vertretung in Brüssel sagte er, dies sei "nicht das Ende" seiner Reise. Er werde sich "bis in den letzten Winkel unseres Kontinents" begeben, um die "gerechte Sache des katalanischen Volks" zu vertreten.

Vor der Pressekonferenz traf Puigdemont mit Vertretern der katalanischen Regierung und mit ehemaligen Mitgliedern seines Kabinetts zusammen, die ebenfalls im Exil leben. Am Nachmittag wird er zu einer Empfangszeremonie in Waterloo außerhalb von Brüssel erwartet. In der Schlacht bei Waterloo unterlag der französische Kaiser Napoleon 1815 einer europäischen Koalition. Puigdemont wohnt dort in einer stattlichen Villa. Das "Haus der Republik" will er zum Ausgangspunkt eines europaweiten Kampfs für die katalanische Unabhängigkeit machen.

Der 55-Jährige hatte am Mittwoch in Berlin seine Rückkehr nach Belgien angekündigt. Puigdemont befindet sich als Organisator der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens vom vergangenen Oktober im Visier der spanischen Justiz. Beim Volksentscheid stimmten ungeachtet der Polizeigewalt tausende Katalanen ab. 90 Prozent erklärten ihre Zustimmung für die Ausrufung einer Republik Katalonien, die Ende des Monats erfolgte. Die spanische Zentralregierung erklärte Puigdemont und seine Regierung daraufhin für abgesetzt.

Da ihn die spanische Justiz verhaften wollte, flüchtete Puigdemont ins Exil nach Brüssel. Im März wurde er aufgrund eines internationalen Haftbefehls bei der Durchreise in Schleswig-Holstein festgenommen. Seither lief das komplizierte juristische Verfahren um seine Auslieferung nach Spanien.

Die juristische Hängepartie fand erst vor wenigen Tagen ein Ende, als das Oberste Gericht in Madrid den internationalen Haftbefehl gegen den Katalanen zurückzog und auf die Auslieferung verzichtet. Es begründete den Schritt mit der Entscheidung der deutschen Justiz, eine Auslieferung nur wegen des Vorwurfs der Veruntreuung öffentlicher Gelder und nicht wegen Rebellion im Zusammenhang mit der Volksabstimmung für zulässig zu erklären.

Puigdemont hätte in seinem Heimatland folglich nur noch wegen des schwächeren Vorwurfs vor Gericht gestellt werden können. Auf den Vorwurf der Rebellion stehen in Spanien bis zu 25 Jahre Gefängnis.

AFP

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