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Regierung schreibt ELN-Guerilla Anschlag auf Polizeischule in Bogotá zu

Die kolumbianische Regierung hat am Freitag die Guerillagruppe ELN für den Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Bogotá mit mindestens 21 Toten und 68 Verletzten verantwortlich gemacht.

Polizeiakademie in Bogotá ein Tag nach dem Anschlag

Polizeiakademie in Bogotá ein Tag nach dem Anschlag

Die kolumbianische Regierung hat am Freitag die Guerillagruppe ELN für den Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Bogotá mit mindestens 21 Toten und 68 Verletzten verantwortlich gemacht. Verteidigungsminister Guillermo Botero erklärte, der bei dem Anschlag am Donnerstag getötete Attentäter sei seit mehr als 25 Jahren ELN-Mitglied gewesen. "Die Operation war seit mehr als zehn Monaten geplant", fügte er hinzu.

Durch das Attentat mit einer Autobombe seien 17- bis 22-jährige Polizeischüler getötet worden, sagte der Minister. Bei dem Attentäter handelte es sich demnach um den 56-jährigen José Aldemar Rojas Rodríguez, dessen Kriegsname "Mocho Kiko" gewesen sei. Der Mann, der durch eine Explosion seine rechte Hand verloren hatte, habe für die ELN an der Grenze zu Venezuela gekämpft.

Der Attentäter war der Polizei zufolge am Steuer eines mit 80 Kilogramm Sprengstoff beladenen Kleinlasters auf das Gelände der General-Santander-Polizeioffiziersschule in Bogotá gefahren. Um der Kontrolle am Eingang zu entgehen, lenkte er sein Fahrzeug gegen das Gebäude mit einem Schlafsaal angehender Polizistinnen. Er tötete 20 Menschen, darunter eine ecuadorianische Polizeischülerin.

Der Anschlag fand kurz nach einer Beförderungsfeier in der Polizeiakademie statt. Auf Fernsehbildern waren das ausgebrannte Wrack eines Fahrzeugs und mehrere Krankenwagen zu sehen. Die Polizei riegelte den Anschlagsort ab, im gesamten Süden der kolumbianischen Hauptstadt war ein Großaufgebot von Sicherheitskräften im Einsatz.

Der rechtsgerichtete Präsident Iván Duque brach eine Reise in den Nordwesten des Landes ab und kehrte nach Bogotá zurück. Er verurteilte die Tat als "elenden Terrorakt" und rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Es handelte sich um das folgenschwerste Attentat in der Hauptstadt seit 16 Jahren.

Die UNO, die USA und die Europäische Union verurteilten den Anschlag - ebenso wie Venezuela, zu dem Kolumbien die Beziehungen abgebrochen hat.

Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den linksgerichteten Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) im November 2016 mit einem Friedensabkommen beendet. Die Farc-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab und wandelten sich in eine politische Partei um. Auch die Farc-Partei verurteilte den Anschlag.

Die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit der Guerillagruppe ELN macht Duque von der Freilassung all ihrer "Geiseln" abhängig. Die Gruppe spricht von "unannehmbaren einseitigen Bedingungen". Sie zählt rund 1800 Kämpfer und gilt als letzte Guerillaorganisation des lateinamerikanischen Landes.

Vor einem Jahr waren bei einem Autobomben-Anschlag im nordkolumbianischen Barranquila sechs Polizisten getötet und 40 weitere Menschen verletzt worden. Zu der Tat hatte sich die ELN-Guerilla bekannt. In Bogotá waren 2017 zwei Attentate mit insgesamt vier Toten verübt worden. Zu dem ersten hatten sich ELN-Kämpfer bekannt, das zweite wurde der linksgerichteten Gruppe Revolutionäre Bewegung des Volkes zugeschrieben.

AFP

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