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Regionalpolitiker wegen Säure-Angriffs auf Aktivistin in Ukraine beschuldigt

Für den tödlichen Säure-Angriff auf die ukrainische Anti-Korruptions-Aktivistin Kateryna Gandsjuk macht die Staatsanwaltschaft einen ranghohen Regionalpolitiker verantwortlich.

Gandsjuk kämpfte gegen Korruption

Gandsjuk kämpfte gegen Korruption

Für den tödlichen Säure-Angriff auf die ukrainische Anti-Korruptions-Aktivistin Kateryna Gandsjuk macht die Staatsanwaltschaft einen ranghohen Regionalpolitiker verantwortlich. Die Anklagebehörde beschuldige den Vorsitzenden des Regionalrats von Cherson, Wladislaw Manger, den Mord an Gandsjuk "organisiert" zu haben, teilte der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko am Montag im Internetnetzwerk Facebook mit. Er habe eine "persönliche Abneigung" gegenüber Gandsjuk gepflegt, hieß es in einer Erklärung.

Eine Sprecherin des Generalstaatsanwalts ergänzte, Manger werde überdies vorgeworfen, ihren Tod mit "besonderer Grausamkeit" herbeigeführt zu haben. Manger war am Freitag aus der nationalistischen Vaterlandspartei der früheren Regierungschefin und Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko ausgeschlossen worden, nachdem es bereits Gerüchte über seine mögliche Verwicklung in den Mord gegeben hatte.

Ein Unbekannter hatte Gandsjuk am 31. Juli 2018 vor ihrem Haus mit einem Liter Schwefelsäure überschüttet und war geflüchtet. Sie erlitt dadurch schwerste Verätzungen und wurde mehr als zehn Mal operiert. Nach drei Monaten erlag die 33-Jährige ihren Verletzungen.

Gandsjuk arbeitete als Beraterin für den Bürgermeister der südukrainischen Stadt Cherson im gleichnamigen Regionalbezirk. Sie galt als Kritikerin der Sicherheitsbehörden und verurteilte vor allem die Korruption im regionalen Innenministerium.

Der Säure-Angriff wurde von der Regierung in Kiew scharf verurteilt und warf ein Schlaglicht auf dutzende Angriffe auf andere Anti-Korruptions-Aktivisten in der Ukraine. Die Europäische Union und die USA verurteilten die Taten und forderten Aufklärung.

Wegen des Säure-Angriffs waren in den vergangenen Monaten insgesamt sechs Verdächtige wegen möglicher Verstrickung festgenommen worden, darunter aber kein möglicher Auftraggeber.

AFP