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Rettungskräfte bergen nach Gasexplosion in Russland immer mehr Tote

Zwei Tage nach der Gasexplosion in einem Plattenbau in Russland ist die Zahl der Toten auf mindestens 26 gestiegen.

Einsatzkräfte am Unglücksort

Einsatzkräfte am Unglücksort

Zwei Tage nach der Gasexplosion in einem Plattenbau in Russland ist die Zahl der Toten auf mindestens 26 gestiegen. Die Rettungskräfte hätten weitere Leichen aus den Trümmern des teilweise eingestürzten Gebäudes in der Industriestadt Magnitogorsk im Ural geborgen, erklärte das Katastrophenschutzministerium am Mittwoch. Trotz Temperaturen von minus 27 Grad suchten die Rettungskräfte weiter fieberhaft nach 15 Vermissten.

Die Explosion in dem Plattenbau aus Sowjetzeiten hatte sich am Silvestermorgen ereignet. Seit Dienstag wurde Schutt im Umkreis von 800 Quadratmetern von der Unglücksstelle abgetragen und mit 50 Lastwagen abtransportiert, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte.

Nach Angaben des russischen Ermittlungskomitees wurden in den Trümmern keinerlei Spuren gefunden, die auf einen Sprengstoffanschlag hindeuten könnten. Das Komitee reagierte damit auf Terror-Gerüchte in sozialen Netzwerken, nachdem am Dienstagabend ebenfalls in Magnitogorsk bei der Explosion eines Kleinbusses drei Menschen getötet worden waren.

Die örtlichen Behörden versicherten, der Kleinbus sei wegen undichter Gastanks explodiert. Es gebe keinerlei Zusammenhang zwischen den beiden Unglücken.

In dem 1973 errichteten Plattenbau wohnten 1100 Menschen. 35 Wohnungen wurden bei der Gasexplosion zerstört, zehn weitere beschädigt. Dutzende Menschen waren damit ohne Obdach. Sie fanden zunächst Zuflucht in einer nahegelegenen Schule und wurden dort psychologisch betreut.

Insgesamt konnten bis Dienstag sechs Menschen lebend gerettet werden, darunter zwei Kinder. Das russische Fernsehen zeigte Bilder des zehn Monate alten Jungen Wanja in einem Krankenbett und seiner zu Tränen gerührten Mutter. Das Baby war am Dienstag lebend geborgen worden, musste jedoch wegen schwerer Erfrierungen, einer Kopfverletzung und mehreren Knochenbrüchen behandelt werden.

In der Nähe der Unglücksstelle erinnerten Blumen und Kerzen an die Toten. "Wir trauern alle", sagte ein Mann dem Fernsehsender Rossija 24. Fast jeder in der Stadt kenne jemanden, der von dem Unglück betroffen sei. Gouverneur Boris Dubrowski rief für Mittwoch einen Trauertag in der Region aus.

Nach der Identifizierung der Opfer sollen am Freitag die ersten Opfer beigesetzt werden. Die Behörden kündigten finanzielle Hilfen an: Die Verletzten sollen 50.000 Rubel (630 Euro) an Unterstützung bekommen, die Familien der Toten das Doppelte.

In Russland kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Viele Gebäude stammen noch aus der Sowjetzeit und sind in schlechtem Zustand, vielfach werden auch Sicherheitsregeln nicht eingehalten. Der Chef des russischen Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin, sagte im russischen Fernsehen, die Gasinstallationen in dem eingestürzten Wohnblock seien seit Monaten nicht mehr kontrolliert worden.

AFP