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RKI: Sterberate in Deutschland wie erwartet gestiegen

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Sterberate in Deutschland wie erwartet gestiegen. Bei aktuell rund 80.

RKI-Präsident Lothar Wieler

RKI-Präsident Lothar Wieler

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Sterberate in Deutschland wie erwartet gestiegen. Bei aktuell rund 80.000 gemeldeten Erkrankungsfällen und 1017 bekannten Todesfällen liege der Anteil der verstorbenen Corona-Patienten inzwischen bei 1,2 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Viele Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 würden noch behandelt. "Wir müssen mit einem weiteren Anstieg der Sterberate rechnen", betonte Wieler.

Die Zahl der Todesfälle liege insgesamt wahrscheinlich höher als die gemeldeten Zahlen. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass nicht in jedem Fall auf Corona getestet werde.

Wieler unterstrich zugleich noch einmal, dass Ältere und chronisch Kranke ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken und zu sterben. "Aber auch Menschen, die jünger sind als 60 Jahre, können sterben." So seien 55 der bislang 1017 gemeldeten Verstorbenen unter 60 Jahre alt gewesen.

Eine gute Nachricht: Dem RKI zufolge reduziert sich die Geschwindigkeit der Ausbreitung der Corona-Erkrankungen. Die sogenannte Reproduktionsrate, die aussagt, wie viele Menschen von einer Person mit dem Virus angesteckt werden, sei durch die Kontaktverbote und strengen Einschränkungen im öffentlichen Leben "schon auf eins gedrückt worden", sagte Wieler. Dass bedeutet, dass derzeit ein Infizierter einen anderen Menschen ansteckt. Die Lage scheine sich "zu stabilisieren".

Ziel sei, dass dieser statistische Wert unter eins gedrückt werde, um die Epidemie einzudämmen. Er hoffe, dass dies "in den nächsten Tagen gelingt", sagte Wieler. Dafür müssten die Regeln weiter eingehalten werden.

Angesichts der Diskussion um eine mögliche Lockerung der bislang restriktiven Maßnahmen nach Ostern sprach der RKI-Chef von einer "sehr schwierigen Aufgabe". "Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass alles gleichzeitig geöffnet wird", sagte er.

AFP

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