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Rotes Kreuz fordert massiven Ausbau von Materialreserven für Katastrophenfälle

Zerstörungen im rheinland-pfälzischen Mayschoß
Zerstörungen im rheinland-pfälzischen Mayschoß
© © 2021 AFP
Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Westdeutschland hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einen massiven Ausbau der nationalen Materialreserven für Einsätze in zerstörten Krisengebieten gefordert.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Westdeutschland hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einen massiven Ausbau der nationalen Materialreserven für Einsätze in zerstörten Krisengebieten gefordert. Es müssten Lehren aus den Erfahrungen mit großflächigen Ausfällen bei der Strom- und Wasserversorgung gezogen werden, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt am Freitag bei einem Besuch im Hochwassergebiet im nordrhein-westfälischen Euskirchen. "Wir brauchen mehr materielle Vorratshaltung auf Bundesebene."

Auch die Unterbringung und Erstversorgung der aus dem Flutgebiet in Sicherheit gebrachten Menschen sei an einigen Orten an Kapazitätsgrenzen gestoßen, sagte Hasselfeldt. Deutschland brauche einen größeren Vorrat an Notstromaggregaten, Wasseraufbereitungsanlagen, Zelten, Betten sowie Decken zur schnellen Versorgung und Unterbringung vieler Menschen. Die Bundesregierung habe im vergangenen Jahr den Aufbau von zwei Zentrallagern bewilligt. Diese seien aktuell hilfreich. "Wir brauchen davon aber zehn", fügte Hasselfeldt an.

Extreme Regenfälle hatten an Flussläufen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verheerende Überflutungen ausgelöst und viele Gemeinden mit ihrer Infrastruktur zerstört. Mehr als 170 Menschen starben. Seit vergangener Woche sind tausende Helfer von Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Behörden im Einsatz, um die Menschen zu versorgen. Das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk (THW) betreiben unter anderem Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser und bauen eine improvisierte Notstromversorgung auf.

Dazu sind unzählige Freiwillige im Hochwassergebieten im Einsatz, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. In den zerstörten Gebieten müssen unter anderem riesige Mengen von Trümmern und Sperrmüll entsorgt werden. Hasselfeldt sprach in Euskirchen von einer "gewaltigen Aufgabe". So müsse auch der Schlamm des Hochwassers schnell aus Kellern entfernt werden, bevor er trockne.

Hasselfeldt verwies zudem auf die psychische Belastung für Betroffene und Helfer. Diese sei sehr hoch. Das Rote Kreuz habe deshalb unter anderem auch zahlreiche psychologisch geschulte Spezialisten für die Notfallbetreung aus dem gesamten Bundesgebiet entsandt.

Aktuell gelte die Priorität noch der Versorgung der Flutopfer und den Aufräumarbeiten, sagte Hasselfeldt. Danach aber müsse "zügig" am Aufbau nationaler Materiallager für Katastrophen gearbeitet werden. Hilfsorganisationen hätten dafür bereits vor längerer Zeit ein Konzept ausgearbeitet. Dieses könne schnell umgesetzt werden.

Das 2018 vom Roten Kreuz und anderen Organisationen vorgelegte Konzept sieht den Aufbau von zehn zentralen Materiallagern für größere Evakuierungsaktionen bei Katastrophenfällen vor. Nach früheren Angaben der Verfasser sollten diese genug Ausrüstung enthalten, um Notunterkünfte für 50.000 Menschen zu errichten. Die Kosten wurden auf 109 Millionen Euro beziffert. Laut DRK billigte der Bund voriges Jahr die Finanzierung von zwei Lagern.

AFP

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