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Rund 180 gerettete Migranten verlassen Fähre im Hafen von Palermo

Rettungsaktion der Hilfsorganisation Sea-Eye
Rettungsaktion der Hilfsorganisation Sea-Eye
© © 2020 AFP
183 aus Seenot gerettete Migranten haben am Montag nach zweiwöchiger Quarantäne die italienische Fähre "Rubattino" verlassen.

183 aus Seenot gerettete Migranten haben am Montag nach zweiwöchiger Quarantäne die italienische Fähre "Rubattino" verlassen. Das teilte die deutsche Seenotrettungsorganisation Sea-Eye mit, die die Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hatte. Sea-Eye hatte die Flüchtlinge zunächst an Bord des deutschen Rettungsschiffs "Alan Kurdi" genommen.

Unter den beengten Umständen spitzte sich die Lage aber zunehmend zu. Schließlich wurden die Migranten auf ein größeres, italienisches Schiff gebracht, wo sie 14 Tage unter Quarantäne gestellt wurden. Laut einem Bericht der italienischen Zeitung "Avvenire" wurden die Menschen an Bord allesamt negativ auf das neuartige Coronavirus getestet. Unter den Flüchtlingen befinden sich demnach auch 44 unbegleitete Minderjährige.

Nach Angaben von Sea-Eye durfte auch das spanische Rettungsschiff "Aita Mari" mit rund 40 geretteten Menschen an Bord am Montagmorgen in Palermo anlegen. Auch die "Alan Kurdi" lief demnach nach 36 Tagen auf See in den Hafen ein. Für die 17-köpfige Crew war ebenfalls eine 14-tägige Quarantäne an Bord angeordnet worden.

Für die Seenotretter war es nach Angaben von Sea-Eye der bisher aufwendigste Rettungseinsatz. "Noch nie hatte die 'Alan Kurdi' so lange, so viele Menschen an Bord. Keine Crew musste mehr Menschen versorgen, und nie mussten wir so viele Ressourcen für eine Mission einsetzen. Das sind traurige Rekorde", erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler.

Wie es für die geretteten Menschen der "Alan Kurdi" weitergeht, ist nach Angaben von Sea-Eye immer noch unklar. Bislang habe sich nur Deutschland zur Aufnahme der Migranten bereit erklärt. "Schwer vorstellbar, dass europäische Innenminister über 150 Einzelschicksale diskutieren und verhandeln müssen", sagte Sea-Eye-Sprecher Julian Pahlke. In Deutschland gebe es 150 aufnahmebereite Städte. "Die einfache Frage der Verteilung von Geretteten wird erneut unnötig politisch hochgeschaukelt."

AFP

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