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Scholz bringt sich als Kanzlerkandidat ins Gespräch

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich als möglicher Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten ins Gespräch gebracht.

Vizekanzler Olaf Scholz

Vizekanzler Olaf Scholz

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich als möglicher Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten ins Gespräch gebracht. In einem Interview zeigte sich der Vizekanzler unter Verweis auf seine Beliebtheitswerte zudem selbstbewusst hinsichtlich einer möglichen Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten. In der eigenen Partei wurde die Diskussion als verfrüht abgelehnt.

"Die SPD will den nächsten Kanzler stellen", sagte Scholz der "Bild am Sonntag". Auf die Frage, ob er selbst sich das Amt des Bundeskanzlers zutraue, erklärte er: "Ja."

Die neue CDU-Vorsitzende Frau Kramp-Karrenbauer habe gesagt, dass von einer Parteivorsitzenden erwartet werde, dass sie sich das Amt zutraue. "Für einen Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland gilt das Gleiche", sagte der Finanzminister. Er betonte jedoch auch: "Weder bei der Union noch bei uns steht diese Frage heute aber an."

Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner ließ jedoch erkennen, dass er die Diskussion für verfrüht hält. "Im Zuge der programmatischen Erneuerung der SPD würde es uns guttun, wenn sich zum richtigen Zeitpunkt verschiedene Kandidaten mit unterschiedlichem Profil einem innerparteilichen Wettbewerb und einem Mitgliedervotum über die Kanzlerkandidatur der SPD stellen", sagte Stegner dem "Handelsblatt".

"Das wäre ein motivierender Vorwahlkampf, der das Interesse einer breiten Öffentlichkeit für die Ideen der SPD wecken könnte", fügte Stegner hinzu. Ein solcher Vorwahlkampf stehe aber erst später an.

Im Hinblick auf eine mögliche Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zeigte sich Scholz unter Verweis auf seine persönlichen Beliebtheitswerte selbstbewusst: "Wenn man Umfragen trauen darf, zähle ich schließlich zu den Politikern mit hoher Unterstützung bei Bürgerinnen und Bürgern und SPD-Anhängern."

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hatte sich kürzlich für eine solche Urwahl ausgesprochen und in seiner Partei Zuspruch für den Vorschlag erhalten.

AFP
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