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Schule in der Coronakrise Schülern gehen täglich drei Stunden Lernzeit verloren

Schule in der Coronakrise
Forscher stellen der Corona-Schulpolitik in einer Studie kein gutes Zeugnis aus - auch weil sie nur relativ geringe Verbesserungen zum ersten Lockdown feststellten. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
© dpa-infocom GmbH
Kinder und Jugendliche verwenden einer Umfrage zufolge in der Pandemie mehr Zeit am Handy oder mit Computerspielen als für die Schule. Das Ifo-Institut sieht die Schuld bei der Politik.

Die Schulschließungen zu Jahresbeginn haben bei Kindern und Jugendlichen nach einer Untersuchung des Ifo-Instituts tiefe Spuren hinterlassen.

Im Schnitt gingen ihnen pro Tag mehr als drei Stunden Lernzeit verloren, wie eine am Dienstag veröffentlichte Befragung durch das Münchner Forschungsinstitut zeigt. Statt 7,4 Stunden pro Tag lernten die Schüler nur noch 4,3 Stunden - das ist weniger Zeit als sie mit Computerspielen, sozialen Netzwerken oder ihrem Handy verbrachten.

Die Forscher stellen der Schulpolitik in ihrer Studie kein gutes Zeugnis aus - auch weil sie nur relativ geringe Verbesserungen zum ersten Lockdown feststellten. Auch mit «langer Vorlaufzeit und nach eindringlichen Appellen von Eltern und Wissenschaft» sei es nicht gelungen, eine angemessene Beschulung aller Kinder im Distanzunterricht sicherzustellen. Die Ergebnisse seien «ernüchternd».

Unter anderem beklagen die Forscher, dass zu wenige Kinder regelmäßigen Video-Unterricht haben. Bei 39 Prozent der Kinder war dies maximal ein Mal pro Woche der Fall. Und der Lockdown hatte auch Auswirkungen auf die Gesundheit: 31 Prozent der Eltern sagten, ihr Kind habe in dieser Zeit zugenommen.

«Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben», sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. «Die Coronakrise ist eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder.»

dpa

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