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Schulze fordert Trendumkehr beim Artenschutz

Bundesumweltministerin Svenja Schulze
Bundesumweltministerin Svenja Schulze
© © 2021 AFP
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat zum Auftakt der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt in China eine Trendwende beim Artenschutz gefordert.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat zum Auftakt der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt in China eine Trendwende beim Artenschutz gefordert. "Die Weltnaturkonferenz ist die Chance für einen Neustart", sagte die Ministerin am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Nach Jahrzehnten der Naturzerstörung müssen wir den Trend umkehren und ein Jahrzehnt der Renaturierung einleiten."

Schulze betonte den dringenden Handlungsbedarf: "Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hat unser Planet in so kurzer Zeit so viele Arten unwiederbringlich verloren." Im Schnitt verschwinde alle zehn Minuten eine Art. Dabei seien auch in Deutschland Tiere wie Feldhase, Luchs und Gartenschläfer gefährdet. Der Verlust an biologischer Vielfalt habe längst auch "wirtschaftlich gravierende Folgen", warnte die Ministerin.

Schulze nannte für die Verhandlungen auf der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt drei Prioritäten: Die Weltgemeinschaft müsse sich auf mehr und besser gemanagte Schutzgebiete einigen. "30 Prozent der Fläche an Land und im Meer sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden", sagte Schulze. Zudem müsse die Naturverschmutzung insgesamt zurückgehen. So müssten etwa konkrete Reduktionsziele für Überdüngung, Pestizide oder Plastikmüll festgelegt werden.

Und schließlich müsse nach Jahrzehnten der Naturzerstörung "ein Jahrzehnt der Wiederherstellung der Natur" eingeläutet werden, erklärte die Ministerin. Dafür müssten auch in Deutschland zerstörte Ökosysteme wie begradigte Flüsse und trockengelegte Moore wiederhergestellt werden.

Damit die Ziele keine "leeren Versprechen" bleiben, sei eine "wirksame Erfolgskontrolle" notwendig, betonte Schulze. Diese fehlten bislang noch weitgehend in den Entwürfen für die UN-Konferenz. Die größten Bremser beim Artenschutz sind nach Angaben von Christiane Paulus, Abteilungsleiterin Naturschutz im Bundesumweltministerium, Brasilien und Argentinien.

Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin, mahnte Eile an: "Wir können es uns nicht noch einmal erlauben wie beim Klimawandel, dass es 30, 40 Jahre braucht, bis es von einer wissenschaftlichen Erkenntnis zu den ersten richtigen Ansätzen politischen Handelns kommt."

Die Welt-Biodiversitätskonferenz findet im chinesischen Kunming statt. Der politische Teil der Konferenz wird in dieser Woche größtenteils virtuell abgehalten. Die deutsche Delegation wird von Bundesumweltministerin Schulze geleitet. Bei einem Präsenz-Gipfel vom 25. April bis 8. Mai des kommenden Jahres soll dann ein globales Artenschutzabkommen mit Zielen bis 2030 vereinbart werden.

AFP

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