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Schwedische Justiz nimmt Ermittlungen gegen Assange wieder auf

Die schwedische Justiz nimmt ihre Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen wieder auf.

Wikileaks-Gründer Assange

Wikileaks-Gründer Assange

Die schwedische Justiz nimmt ihre Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen wieder auf. "Es gibt immer noch Grund zur Annahme, dass sich Assange der Vergewaltigung schuldig gemacht hat", sagte die stellvertretende Direktorin der Staatsanwaltschaft, Eva-Marie Persson, am Montag in Stockholm. Nach Assanges Festnahme in London sei es nun möglich, per europäischem Haftbefehl seine Auslieferung nach Schweden zu beantragen.

Assange war im Jahr 2010 in Schweden von zwei Frauen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte die Ermittlungen 2017 zu den Akten gelegt, weil der damals in London im Botschaftsexil lebende Assange für sie nicht erreichbar war. Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks hat die Vorwürfe stets bestritten.

Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson erklärte am Montag, die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Assange werde es ihm ermöglichen, seine Unschuld zu beweisen.

Assange war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflohen. Zu diesem Zeitpunkt sollte er nach Schweden ausgeliefert und dort vor Gericht gebracht werden. Der Australier befürchtete, dass Schweden ihn wiederum an die USA ausliefern könnte, wo ihm wegen der von Wikileaks veröffentlichten US-Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein Prozess droht.

Nachdem Ecuador Assange das politische Asyl entzogen hatte, wurde der 47-Jährige am 11. April in London festgenommen. Anfang Mai wurde er dann von einem britischen Gericht zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft vor sieben Jahren gegen die Auflagen seiner Kaution verstoßen und sich der britischen Justiz entzogen hatte.

AFP