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Selbstmordanschlag erschüttert Kommunikationsministerium in Kabul

Das Zentrum von Afghanistans Hauptstadt Kabul ist am Samstag erneut zum Ziel eines Selbstmordanschlags geworden.

Das Kommunikationsministerium in Kabul

Das Kommunikationsministerium in Kabul

Das Zentrum von Afghanistans Hauptstadt Kabul ist am Samstag erneut zum Ziel eines Selbstmordanschlags geworden. In der Nähe des Kommunikationsministeriums war eine starke Explosion zu hören, danach lieferten sich Sicherheitskräfte Schusswechsel mit den Angreifern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es mindestens sechs Verletzte. Mehrere Menschen saßen in dem 18-stöckigen Ministeriumsgebäude im Stadtzentrum fest. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Nach der Explosion waren an dem Ministerium noch mehr als eine Stunde lang Schüsse zu hören. Der Bereich wurde von Sicherheitskräften abgesperrt. Auf Fernsehbildern war eine kleine Rauchwolke in der Nähe des Ministeriums zu sehen. In einem der unteren Stockwerke kletterten Menschen aus Fenstern.

Über die Zahl der Angreifer und das genaue Ziel des Angriffs gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, vier Angreifer hätten sich in der Nähe des Ministeriums postiert und lieferten sich Schusswechsel mit afghanischen Sicherheitskräften. Das Kommunikationsministerium erklärte im Onlinedienst Twitter, drei Selbstmordattentäter hätten ein Postamt an dem Ministerium angegriffen.

Kabuls Polizeichef Sajed Mohammed Roschan Dil sagte dem Fernsehsender Tolo, vier Angreifer in Polizeiuniformen hätten einen Schrein in der Nähe des Ministeriums attackiert. Seinen Angaben zufolge wurde ein Angreifer getötet.

Das Kommunikationsministerium liegt in der Innenstadt von Kabul und gilt mit seinen 18 Stockwerken als höchstes Gebäude der afghanischen Hauptstadt. Es ist rund zwei Kilometer von der so genannten grünen Zone entfernt, dem stark gesicherten Diplomatenviertel in Kabul.

Ein Mann namens Sjed Dschaillani Dschallan schrieb bei Facebook, er sitze in dem Gebäude fest. "Bitte betet für uns, denn der Feind ist uns sehr nahe gekommen". Er schrieb von einem "Selbstmordanschlag auf das Kommunikationsministerium". AFP lag zunächst keine Bestätigung für diese Angaben vor.

Sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben in Kabul schon mehrfach tödliche Anschläge verübt. Beim blutigsten Anschlag des vergangenen Jahres mit mehr als hundert Toten war ein mit Sprengstoff beladener Rettungswagen im Stadtzentrum explodiert.

In den vergangenen Wochen war es in der afghanischen Hauptstadt vergleichsweise ruhig gewesen. Vor einer Woche hatte die Taliban den Beginn ihrer jährlichen Frühjahrsoffensive angekündigt. Geplante Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung in Doha waren in dieser Woche geplatzt.

AFP
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