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Sieben Mal lebenslänglich für Serienmörder auf Zypern

Ein Gericht auf Zypern hat einen Serienmörder zu siebenfacher lebenslänglicher Haft verurteilt.

Facebook-Foto des verurteilten Serienmörders

Facebook-Foto des verurteilten Serienmörders

Ein Gericht auf Zypern hat einen Serienmörder zu siebenfacher lebenslänglicher Haft verurteilt. Das Gericht befand den 35-jährigen griechisch-zyprischen Armeeoffizier Nikos Metaxas am Montag des Mordes an "wehrlosen" Frauen für schuldig. Zuvor hatte Metaxas gestanden, fünf Frauen und zwei ihrer Töchter aus Rumänien, Nepal und den Philippinen entführt und getötet zu haben. Der Fall hatte einen landesweiten Skandal verursacht.

Metaxas ist der erste Angeklagte in der Geschichte Zyperns, der wegen siebenfachen vorsätzlichen Mordes vor Gericht stand. Mit zitternder Stimme bekannte der 35-Jährige vor dem Strafgericht in Nikosia seine Schuld und verlas eine handschriftliche Erklärung, in der er sich für seine Taten entschuldigte. Er habe "abscheuliche Verbrechen" begangen, sagte Metaxas. Er könne sich selbst nicht erklären, wie es dazu gekommen sei.

Der Fall hatte in Zypern einen gesellschaftlichen Aufschrei ausgelöst. Den Behörden wird unter anderem vorgeworfen, aus Schlamperei und Rassismus Ermittlungen verschleppt zu haben, nachdem die Opfer als vermisst gemeldet worden waren. Der Skandal führte zur Entlassung von Polizeichef Zacharias Chrysostomou und zum Rücktritt von Justizminister Ionas Nikolaou. Präsident Nikos Anastasiades kritisierte die Polizei öffentlich für "offensichtliche Fahrlässigkeit und Dienstpflichtverletzung".

Die Mordfälle waren fast drei Jahre unentdeckt geblieben. Erst im April hatten Touristen eine Leiche entdeckt, die nach heftigen Regenfällen an die Oberfläche eines Minenschachts gespült worden war. Vier Tage später wurde Metaxas verhaftet.

Metaxas nannte den Ermittlern die Orte, an denen er die anderen Leichen entsorgt hatte, darunter einen vergifteten See. Dort suchten die zypriotischen Einsatzkräfte mit Hilfe von britischen und israelischen Experten wochenlang, bevor sie Mitte Juni die Leiche eines sechsjährigen Kindes fanden. Dem staatlichen Radiosender zufolge fanden die Einsatzkräfte das tote Mädchen in einen Teppich gewickelt und an einen Betonblock gebunden vor.

Zyperns neuer Polizeichef Kypros Michaelides hatte sich im Mai für den Umgang mit der Mordserie bei der Polizei entschuldigt. Die Ermittlungen um den Tod "wehrloser unschuldiger Frauen und Kinder, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft in unser Land kamen, haben das Ansehen, die Ehre und den Ruf der zyprischen Polizei schwer beschädigt", erklärte Michaelides bei seiner Amtsübernahme.

Die Regierung in Nikosia kündigte an, die Begräbniskosten für die sieben Mordopfer zu übernehmen. Präsident Anastasiades erklärte außerdem, die Rechte ausländischer Arbeitskräfte in Zypern künftig besser schützen zu wollen.

Besonders in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten sind in Zypern zahlreiche Arbeitskräfte aus Asien und Rumänien beschäftigt. Die Hilfsorganisation Kisa erklärte, die mangelhafte Untersuchung der Vermisstenfälle spiegele die Art und Weise wider, mit der ausländische Frauen in der öffentlichen Verwaltung Zyperns allgemein behandelt würden.

AFP