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Spanische Feuerwehr kämpft gegen wiederaufgeflammten Waldbrand und neues Feuer

Waldbrände halten Spaniens Feuerwehr in Atem
Waldbrände halten Spaniens Feuerwehr in Atem
© AFP
Brände und Stürme machen weiten Teilen Europas weiterhin zu schaffen. In Spanien flammte nach zwischenzeitlicher Entspannung ein großer Waldbrand nahe Valencia wieder auf, hunderte Einsatzkräfte kämpften am Freitag gegen die Feuersbrunst. In Österreich liefen derweil die Aufräumarbeiten nach heftigen Unwettern, durch die am Donnerstag zwei Kinder und drei Frauen ums Leben gekommen waren. Wegen der Sturmschäden waren tausende Haushalte in der Alpenrepublik von der Stromversorgung abgeschnitten.

Die spanischen Behörden teilten mit, der Waldbrand in Bejís rund 70 Kilometer nordwestlich der Küstenstadt Valencia bewege sich auf den Naturpark Sierra Calderona zu. Unterstützt von 40 Flugzeugen und Hubschraubern kämpften hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen. Rund 19.000 Hektar Land wurden durch das Bejís-Feuer bereits zerstört.

Die Militär-Feuerwehr UME erklärte, die Einsatzkräfte hätten eine "intensive Nacht" hinter sich. Feuerwehr-Vertreter Mariano Hernández sagte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das Feuer erstrecke sich auf mehr als 120 Kilometer.

Zusätzlich brach am Freitagmorgen ein Waldbrand in Olocau im Naturpark Sierra Calderona aus, rund 40 Kilometer südöstlich von Bejís. Die Anwohner wurden vorsichtshalber aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Im Tagesverlauf machte die Feuerwehr Fortschritte, brachte den Brand aber noch nicht unter Kontrolle.

Am Samstag vergangener Woche war in der Gemeinde Vall d'Ebo nahe des Badeorts Benidorm ein großer Waldbrand ausgebrochen, zwei Tage später brach das Bejís-Feuer aus. Wegen der beiden Brände mussten rund 3000 Menschen zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen. Am Dienstag geriet dennoch ein Zug auf dem Weg von Valencia nach Zaragoza mit rund 50 Passagieren in unmittelbare Nähe der Feuersbrunst. Polizei und Bahnbetreiber leiteten Untersuchungen zu dem gefährlichen Vorfall ein.

Am Mittwoch trugen heftige Regenfälle dazu bei, die beiden Waldbrände zu löschen. Anders als in Vall D'Ebo war der Erfolg in Bejís aber nicht von Dauer.

Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (Effis) zerstörten in Spanien seit Jahresbeginn 391 Waldbrände 283.000 Hektar Land - mehr als drei Mal so viel wie vergangenes Jahr und so viel wie in keinem anderen europäischen Land in diesem Jahr.

Auf der anderen Seite des Mittelmeers starben am Donnerstag bei Waldbränden im Osten und Norden Algeriens nach Angaben von Behörden und örtlichen Medien mindestens 38 Menschen, darunter elf Kinder. Etwa 200 weitere Menschen wurden verletzt. Am Freitag erklärten die Behörden, mittlerweile seien alle Brände "vollständig" unter Kontrolle.

Wissenschaftlern zufolge sorgt der Klimawandel dafür, dass Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Dadurch steigt das Risiko für Waldbrände.

Aber auch andere Extremwetter-Ereignisse wie Stürme und heftige Regenfälle nehmen zu. Im südösterreichischen Bundesland Kärnten wurden am Donnerstag zwei Mädchen im Alter von vier acht Jahren von umgestürzten Bäumen erschlagen. In Niederösterreich riss ein umstürzender Baum drei Wanderinnen im Alter von 52, 57 und 58 Jahren in den Tod.

Wegen der Sturmschäden waren in der Steiermark zeitweise 85.000 Haushalte ohne Strom, wie die die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Betreiber Energie Steiermark berichtete. Am Freitagnachmittag waren es demnach noch rund 4000 Haushalte. 

Wegen der massiven Schäden an den Stromleitungen seien alle Kräfte in den Einsatz gerufen und sogar Monteure aus dem Urlaub zurückgeholt worden, sagte Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris laut APA. Die Reparaturarbeiten wurden durch weiteren Regen erschwert. Fernverkehrszüge zwischen Wien und Venedig wurden am Freitag über Salzburg umgeleitet.

Bei Stürmen auf der französischen Ferieninsel Korsika waren am Donnerstag weitere fünf Menschen gestorben. Aus den toskanischen Städten Lucca und Carrara wurden zwei  Sturmtote gemeldet.

Die britischen Behörden stellten derweil für Teile von Wales offiziell einen Dürrezustand fest. Dadurch ist der Weg frei für örtliche Einschränkungen beim Wasserverbrauch.

AFP

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