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Spanische Regierung will Franco-Diktatur aufarbeiten

Die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez will die Geschichte des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur aufarbeiten.

Francos Mausoleum im Valle de los Caídos

Francos Mausoleum im Valle de los Caídos

Die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez will die Geschichte des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur aufarbeiten. Das Justizministerium erklärte am Mittwoch, die "historische Erinnerung" sei eine Priorität unter der neuen sozialistischen Führung. Dazu gehört etwa die Suche nach Menschen, die während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 und der folgenden Diktatur von General Francisco Franco verschwanden.

Das Justizministerium erklärte, es werde eine offizielle öffentliche Datenbank für die Opfer von Bürgerkrieg und Diktatur schaffen. Nach Francos Tod im Jahr 1975 verzichteten die Behörden aus Angst vor Konflikten auf eine Aufarbeitung. Die Geschehnisse von damals liegen daher weitgehend im Dunkeln, und Nachkommen der von Francos Nationalisten Getöteten suchen zum Teil immer noch nach den Gebeinen ihrer Verwandten.

Denkmäler zu Ehren Francos und seiner Generäle sind hingegen nach wie vor in ganz Spanien zu finden, darunter auch das gigantische Mausoleum des Diktators nordöstlich von Madrid. Spaniens sozialdemokratisch geführte Regierung plant, die Gebeine des Diktators zu exhumieren und woanders zu bestatten, um aus dem Mausoleum einen Ort der "Versöhnung" zu machen. Symbole, welche die Zeit der Diktatur verherrlichen sowie entsprechende Straßennamen sollen beseitigt werden. Zudem ist eine "Wahrheitskommission" geplant.

In seinem Buch "The Spanish Holocaust" (Der spanische Holocaust) schätzt der britische Historiker Paul Preston, dass 200.000 Menschen bei Kampfhandlungen während des spanischen Bürgerkriegs starben. Weitere 200.000 sollen demnach ermordet oder exekutiert worden sein - 150.000 davon durch Francos Nationalisten. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gibt es nur in Kambodscha mehr Massengräber als in Spanien.

AFP

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