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Sri Lanka befürchtet nach Anschlägen Milliardenverlust für die Tourismusbranche

Nach den tödlichen Anschlägen in Sri Lanka befürchtet die Regierung einen Einbruch der für das Land wichtigen Tourismusindustrie.

Touristen im Viharamahadevi-Park in Colombo

Touristen im Viharamahadevi-Park in Colombo

Nach den tödlichen Anschlägen in Sri Lanka befürchtet die Regierung einen Einbruch der für das Land wichtigen Tourismusindustrie. "Den Tourismus wird es am schlimmsten treffen", sagte Finanzminister Mangala Samaraweera am Freitag vor einer Gruppe von Journalisten.

Die Regierung rechne mit einem Besucherrückgang um 30 Prozent. "Das bedeutet einen Verlust von etwa 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro)." Er rechne damit, dass Sri Lanka bis zu zwei Jahre brauche werde, um sich von den Anschlägen zu erholen, fügte der Minister hinzu.

Bei den Anschlägen auf mehrere Kirchen und Hotels waren am Ostersonntag nach Behördenangaben 253 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Ausländer. Sie kamen unter anderem aus Großbritannien, Indien, den USA, der Türkei, Australien und Dänemark. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich, die Regierung macht dagegen eine einheimische Islamistengruppe verantwortlich. Nach den Anschlägen hatten viele Luxushotels in Colombo die Zahl der Buchungen beschränkt und ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Sri Lanka ist als Urlaubsziel vor allem bei Indern, Briten und Chinesen populär, die seine tropischen Strände und malerischen Teeanbaugebiete schätzen. Vor den Anschlagen hatte Sri Lanka gehofft, in diesem Jahr fünf Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro) durch den Tourismus einzunehmen. Im ersten Quartal des Jahres hatte die Zahl der angereisten Besucher bei 740.600 gelegen - ein Anstieg um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Minister sagte weiter, Länder, in denen es ähnliche Anschläge gegeben habe, bräuchten meist ein bis zwei Jahre, bis sich die Tourismusbranche wieder erholt habe. Dazu sei es nötig, "die Ursachen anzusprechen und die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen gut zu kommunizieren". Als Beispiele für Länder, deren Tourismussektor sich nach einem Anschlag relativ schnell wieder erholt hatte, nannte er Belgien, Frankreich, Spanien und Tunesien. Die Regierung wolle bald ein Maßnahmenpaket verabschieden, mit dem Unternehmen aus der Tourismusbranche unterstützt werden sollen, fügte Samaraweera hinzu.

AFP