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Staatsanwaltschaft legt nach Mordurteil in Fall Kandel Revision ein

Nach dem Urteil im Prozess um den Mord an einer 15-jährigen Schülerin im rheinland-pfälzischen Kandel hat die Staatsanwaltschaft Landau Revision eingelegt.

Gedenkort in Kandel

Gedenkort in Kandel

Nach dem Urteil im Prozess um den Mord an einer 15-jährigen Schülerin im rheinland-pfälzischen Kandel hat die Staatsanwaltschaft Landau Revision eingelegt. Wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte, erfolgte der Schritt unmittelbar nach dem Urteil am Montag. Die Staatsanwaltschaft wies dabei aber darauf hin, dass sie ihren Antrag auf Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) nach Vorlage der schriftlichen Urteilsbegründung noch einmal überprüfen will.

Der Angeklagte, ein mutmaßlich aus Afghanistan stammender Flüchtling, war am Montag vom Landauer Landgericht wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Verteidigung erklärte im Anschluss, das Urteil anzunehmen und keine Rechtsmittel einzulegen. In einem Revisionsverfahren müsste der BGH das Urteil auf Rechtsfehler überprüfen.

Der Angeklagte soll das Mädchen am 27. Dezember in einem Drogeriemarkt in Kandel mit einem Messer attackiert haben. Die 15-Jährige starb an einem Stich ins Herz. Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage davon aus, dass Eifersucht das Motiv für die Tat war. Die Schülerin soll sich wenige Wochen zuvor von dem Angeklagten getrennt haben.

Umstritten war in dem Prozess das genaue Alter des Angeklagten. Frühere Angaben des Verdächtigen, bei der Tat erst 15 Jahre alt gewesen zu sein, galten zwar schon vor Prozessbeginn als widerlegt. Für das Gericht war aber nicht zweifelsfrei erwiesen, dass er älter als 18 Jahre ist. Deshalb wurde vor einer Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

AFP

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