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Stoltenberg fordert Beteiligung Kabuls an Friedensgesprächen mit Taliban

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die USA aufgefordert, die afghanische Regierung in die Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban einzubeziehen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die USA aufgefordert, die afghanische Regierung in die Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban einzubeziehen. Dies müsse aus seiner Sicht "so schnell wie möglich" erfolgen, sagte Stoltenberg am Donnerstag zum Abschluss des Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Mit Blick auf eine mögliche Truppenreduzierung der USA betonte der Generalsekretär, die Nato habe ihren Afghanistan-Einsatz gemeinsam beschlossen und werde auch "Entscheidungen über die Zukunft der Mission gemeinsam treffen".

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sicherte bei dem Treffen zu, dass es "keine einseitige Truppenreduzierung" der USA in Afghanistan geben werde. "Es wird abgestimmt sein, wir arbeiten zusammen."

US-Präsident Donald Trump will rund die Hälfte der derzeit in Afghanistan stationierten 14.000 US-Soldaten abziehen, die das Rückgrat der Nato-Mission "Resolute Support" bilden. Ohne ausreichende US-Unterstützung und insbesondere die Luft- und Transportkapazitäten Washingtons könnte der Nato-Einsatz voraussichtlich nicht fortgeführt werden.

Die Nato stehe zu der Mission, sagte Stoltenberg. Er verwies darauf, dass die Staats- und Regierungschefs erst im vergangenen Juli bei ihrem Gipfel zugesichert hätten, dass sie diese weiter bis 2024 finanzieren wollten.

In Afghanistan werde es nur eine Friedenslösung geben, wenn das Bündnis die klare Botschaft an die Taliban sende, "dass sie niemals auf dem Schlachtfeld gewinnen werden", sagte der Nato-Generalsekretär. Im afghanischen Versöhnungsprozess müsse die Regierung in Kabul gleichzeitig "eine Schlüsselrolle" spielen.

Die USA verhandeln derzeit direkt mit den radikalislamischen Taliban. Der US-Gesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hatte am Montag die an "Resolute Support" beteiligten Nato- und Partnerstaaten über den Stand der Gespräche informiert. Vergangene Woche sagte Khalilzad, er hoffe auf einen Friedensvertrag für Afghanistan bis zu den im Juli vorgesehenen Wahlen.

AFP

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