HOME

Sudans Militärrat nimmt Dialog mit der Opposition wieder auf

Nach internationalen Appellen haben das Militär und die Opposition im Sudan ihren Dialog über eine zivile Übergangsregierung wieder aufgenommen.

Demonstranten in Khartum

Demonstranten in Khartum

Nach internationalen Appellen haben das Militär und die Opposition im Sudan ihren Dialog über eine zivile Übergangsregierung wieder aufgenommen. Der Militärische Übergangsrat teilte am Sonntag in Khartum mit, die Gespräche mit der Allianz für Freiheit und Wandel seien am Abend wieder los gegangen.

Der Militärrat unter Führung von General Abdel Fattah al-Burhane hatte den Dialog am Mittwoch für 72 Stunden ausgesetzt und die oppositionellen Demonstranten in der Hauptstadt aufgefordert, ihre Straßenblockaden abzubauen. Am Freitag wurden daraufhin mehrere Barrikaden entfernt.

Nach monatelangen Massenprotesten hatte die sudanesische Armee vor gut einem Monat den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Baschir gestürzt. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde zunächst ein Militärrat eingesetzt.

Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der Regierung Baschirs und fordert einen Übergangrat, an dem nicht nur Militärs, sondern auch Zivilisten beteiligt sind und dem ein Vertreter der Zivilgesellschaft vorsteht. Das Militär will im künftigen Übergangsrat jedoch die Mehrheit behalten.

Am Samstag hatten erstmals seit al-Baschirs Sturz hunderte Islamisten in Khartum demonstriert. Sie drohten, sich gegen jede zivile Regierung zu stellen, die nicht das islamische Recht der Scharia anerkenne. Dieses gilt seit al-Baschirs Machtübernahme im Jahr 1989 im Sudan und sieht Strafen wie die Geißelung von Frauen wegen "ungebührlichen Verhaltens" vor. Die Allianz für Freiheit und Wandel hat sich bislang nicht öffentlich zu ihrer Haltung zur Scharia geäußert.

Vertreter der UNO, der Afrikanischen Union (AU), der EU und der USA hatten das sudanesische Militär am Freitag bei einem Treffen in Washington zur sofortigen Wiederaufnahme des Dialogs mit der Opposition aufgerufen. Beide Seiten sollten "so bald wie möglich eine Einigung über eine Übergangsregierung erzielen, die wirklich von Zivilisten geführt wird und den Willen des sudanesischen Volkes widerspiegelt", erklärte der für Afrika zuständige US-Außenstaatssekretär Tibor Nagy.

Außerdem kritisierte Nagy die "jüngste Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten" im Sudan. An den Beratungen in Washington hatten sich auch Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen sowie Äthiopien beteiligt.

AFP