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Synodaler Weg votiert für Beratergremium und Neubewertung von Homosexualität

Bischofskonferenzvorsitzender Bätzing
Bischofskonferenzvorsitzender Bätzing
© AFP
Der sogenannte synodale Weg hat am Wochenende seine vierte Synodalversammlung mit einer Reihe von Beschlüssen beendet. "Wir haben viel geschafft", sagte die Präsidentin des synodalen Wegs und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am Samstag in Frankfurt am Main. Allerdings wirkte weiter das Scheitern des Grundlagendokuments zur Sexualethik durch konservative Bischöfe nach, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, nannte dies einen "Schock".

Die Mitglieder des aus Laien und Klerikern bestehenden synodalen Wegs beschlossen unter anderem die Einrichtung eines Beraterorgans für die katholische Kirche in Deutschland, einen sogenannten Synodalen Rat. Außerdem stimmten sie auch einem Papier zur Neubewertung von Homosexualität zu.

Der Vizepräsident des synodalen Wegs, Thomas Söding, sagte, mit dem geplanten Synodalen Rat gebe es ein Instrument, "um Synodalität auf Dauer zu stellen". Er sprach von einem "Durchbruch".

Ebenfalls angenommen wurden Texte zur Neubewertung der Homosexualität in der Lehre sowie bereits am Vortag zur Teilhabe von Frauen an allen Diensten und Ämtern in der Kirche. Diese Erfolge hätten allerdings die "Enttäuschung" nach der "schmerzlichen" Ablehnung des Grundlagenpapiers zu Sexualität und Partnerschaft nicht weggenommen, sagte der mit Stetter-Karp an der Spitze des synodalen Wegs stehende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Bätzing.

Die Ablehnung hatte den synodalen Weg an den Rand des Scheiterns gebracht. Zwar war der Text von der Synodalversammlung mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen worden, zugleich allerdings an fehlenden Stimmen aus den Reihen der anwesenden Bischöfe gescheitert. Von diesen müssen parallel ebenfalls zwei Drittel zustimmen. Bätzing beklagte erneut das Scheitern des "gelungenen, wunderbaren Signaltexts".

"Am Donnerstag drohte diese Krise, uns auseinanderzureißen", sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Vizepräsident des synodalen Wegs. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf kritisierte seine Kollegen aus der Bischofskonferenz. Kohlgraf sagte dem SWR, die Bischöfe hätten nicht mit dem Nein gerechnet. Er kritisierte, dass einige der ablehnenden Bischöfe sich nicht in der Debatte zu dem Papier geäußert hätten und in der Deckung geblieben seien.

Zu den Gegnern des Papiers zählten die als dezidiert konservativ bekannten Bischöfe wie der Passauer Bischof Stefan Oster. Wie der Kölner Weihbischof Ansgar Puff dem Domradio sagte, stimmten alle vier Bischöfe aus Köln - darunter der Erzbischof und Kardinal Rainer Maria Woelki - gegen das Papier. Sie hätten sich vorher aber nicht miteinander abgestimmt, sagte Puff. Er selbst habe Teile des Textes gut gefunden, andere Teile aber nicht und deshalb mit Nein gestimmt.

Bischof Bode verwies darauf, dass das im Raum stehende Scheitern des synodalen Wegs noch verhindert werden konnte. "Es ist uns gelungen, beieinander zu bleiben und Brücken zu bauen." Nach der Bestätigung des zentralen Grundlagentexts zur Rolle der Frauen in der Kirche am Freitagabend hatte sich die Lage wieder entspannt.

Bätzing versprach nun, den nach der Versammlung "großen gepackten Koffer" mit Forderungen nach Reformen mit nach Rom zu nehmen und dort "auf den Tisch der Weltkirche" zu legen. Es gehe letztlich "um die Zukunft der Kirche".

Die gegenüber der Amtskirche kritische Gruppe Wir sind Kirche nannte die Vollversammlung ein "Abbild der dramatischen innerkirchlichen Situation" der katholischen Kirche in Deutschland. Wir sind Kirche warf den Bischöfen eine "schlichte Argumentation", eine nicht zu übersehende Polarisierung in der Bischofskonferenz und eine Verweigerung vieler Bischöfe, sich an inhaltlichen Debatten zu beteiligen, vor.

AFP

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