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Syrische Kurden rufen zur Generalmobilmachung auf gegen die Türkei

Die kurdische Autonomieverwaltung im Nordosten Syriens hat die Zivilbevölkerung zur Generalmobilmachung gegen die befürchtete Offensive der Türkei aufgerufen.

Türkischer Panzer nahe der syrischen Grenze

Türkischer Panzer nahe der syrischen Grenze

Die kurdische Autonomieverwaltung im Nordosten Syriens hat die Zivilbevölkerung zur Generalmobilmachung gegen die befürchtete Offensive der Türkei aufgerufen. "Wir erklären drei Tage der Generalmobilmachung im Norden und Osten Syriens", erklärte die Autonomieverwaltung am Mittwoch und rief alle Zivilisten auf, sich "an die Grenze zur Türkei zu begeben, (...) um in diesem heiklen historischen Moment Widerstand zu leisten".

Sie rief zugleich die Kurden in Syrien und im Ausland auf, gegen die Pläne der Türkei auf die Straße zu gehen. Ankara hatte am Dienstag erklärt, die Offensive werde "in Kürze" beginnen, und weitere Militärfahrzeuge an die Grenze verlegt. Dennoch ist weiterhin unklar, ob es tatsächlich bald zu einem Einmarsch in Nordsyrien kommt, da US-Präsident Donald Trump widersprüchliche Signale hinsichtlich einer türkischen Invasion sendet.

Der Nordosten Syriens wird seit Jahren von der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihrem militärischen Arm, den Volksverteidigungseinheiten (YPG), kontrolliert. Die Türkei betrachtet die Präsenz der Kurdenmiliz an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft. Seit 2016 ist Ankara bereits zwei Mal gegen sie vorgegangen.

Die USA schätzen die YPG dagegen als Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und unterstützen sie seit Jahren mit Waffen und Spezialkräften. Nach einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte Trump am Sonntag angekündigt, die US-Spezialkräfte aus dem Gebiet an der türkischen Grenze abzuziehen. Dies löste heftige Kritik vor allem auch in Trumps republikanischer Partei aus.

Der US-Präsident versicherte daraufhin, die USA würden ihre kurdischen Verbündeten nicht fallen lassen. Ankara drohte er mit der "totalen Zerstörung und Auslöschung" der türkischen Wirtschaft, sollte die Türkei in Nordsyrien "irgendetwas tun", was er als "tabu" betrachte.

AFP