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Syrische Rebellen verlangen Ende der Bombardements vor weiteren Verhandlungen

Die syrischen Rebellen haben sich aus den Friedensgespräche in Astana zurückgezogen und machen das Ende von "Bombardements auf Zivilisten" zur Vorbedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Rebellen-Vertreter bei Friedensgesprächen in Astana

Rebellen-Vertreter bei Friedensgesprächen in Astana

Die syrischen Rebellen haben sich aus den Friedensgespräche in zurückgezogen und machen das Ende von "Bombardements auf Zivilisten" zur Vorbedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. "Die Delegation der Aufständischen zieht sich wegen der heftigen Luftangriffe auf Zivilisten aus den Beratungen zurück", sagte ein Vertreter der Rebellen am Mittwoch in der kasachischen Hauptstadt der Nachrichtenagentur AFP. Ein russischer Vorstoß sieht die Einrichtung von "Deeskalationszonen" vor.

Die Aufständischen würden so lange nicht an den Gesprächen teilnehmen, bis die gestoppt würden, sagte der Rebellenvertreter. Aus dem Umfeld der Aufständischen hieß es zur Erläuterung, die Regierung in Damaskus müsse sich zu einem "Ende der Bombardements" verpflichten.

Die Gespräche in Astana laufen zusätzlich zu den unter UN-Vermittlung stattfindenden Syrien-Verhandlungen in Genf. Dabei haben die Genfer Gespräche ein stärker auf politische Fragen ausgerichtetes Profil, in Astana stehen Sicherheitsfragen im Vordergrund. Substanzielle Fortschritte haben beide Gesprächsrunden bislang nicht erzielt.

Der russische Präsident Wladimir Putin empfing am Mittwoch in der Schwarzmeerstadt Sotschi seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Während die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad unterstützt, steht die Türkei auf der Seite der gemäßigten Aufständischen. Gemeinsam mit dem Iran haben Russland und die Türkei die Schirmherrschaft über die Gespräche in Astana.

In Astana war am Mittwoch ein von russischer Seite verfasster Plan in arabischer Sprache im Umlauf, in dem die Einrichtung von "Zonen der Deeskalation" in den von Rebellen kontrollierten Teilen Syriens vorgeschlagen wird. Damit solle ein "sofortiges Ende der Gewalt" erreicht werden. Zudem sollten Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, freiwillig und "in Sicherheit" an ihre Wohnorte zurückzukehren. Die Türkei, der Iran und Russland könnten dem Vorschlag zufolge als "Beobachter" militärische Einheiten entsenden und als Garanten der Sicherheit auftreten.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor gut sechs Jahren wurden mehr als 320.000 Menschen getötet, mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurde in die Flucht getrieben. Am Mittwoch wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte durch eine Autobomben-Explosion in der von Rebellen kontrollierten Stadt Asas nahe der türkischen Grenze fünf Menschen getötet.

AFP