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Tausende Menschen demonstrieren in Paris gegen Rassismus und Polizeigewalt

Ungeachtet eines Verbots der Pariser Behörden haben in der französischen Hauptstadt tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert.

Demonstranten am Eiffelturm

Demonstranten am Eiffelturm

Ungeachtet eines Verbots der Pariser Behörden haben in der französischen Hauptstadt tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Unter dem Motto "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" versammelten sich am späten Samstagnachmittag auf dem Marsfeld nahe dem Eiffelturm zahlreiche Menschen, obwohl wegen der Corona-Pandemie alle Demonstrationen mit mehr als zehn Teilnehmern von der Polizei untersagt worden waren. Mehrere tausend Menschen demonstrierten zudem auf der Place de la Concorde und skandierten "Gerechtigkeit für alle".

Auch in anderen Teilen Frankreichs fanden Kundgebungen statt. In Bordeaux versammelten sich mindestens 2500 Menschen zu einem Demonstrationszug durch die Stadt, in Lyon versammelten sich ebenfalls mehrere tausend Menschen. Auch in Lille und Rennes sowie in mehreren kleineren Städten gingen die Menschen auf die Straßen.

Mit der Aktion wollen die Teilnehmer ihre Solidarität mit den Protesten in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bekunden. Der 46-Jährige war am 25. Mai in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Ein weißer Polizist drückte dem unbewaffneten Floyd bei seiner Festnahme minutenlang das Knie auf den Nacken, obwohl er wiederholt sagte, er bekomme keine Luft mehr.

Zugleich beziehen sich die Proteste auf ähnliche Fälle von Rassismus oder Polizeigewalt in Frankreich. Am Dienstag hatten in Paris bereits mindestens 20.000 Menschen gegen den Tod des Schwarzen Adama Traoré in einer Pariser Vorstadt 2016 demonstriert. Auch er war wie Floyd im Polizeigewahrsam am Boden fixiert worden. Eine Schuld der Polizei an seinem Tod ist offiziell nicht nachgewiesen. Zu der verbotenen Demonstration hatte das Unterstützungskomitee der Familie von Traoré aufgerufen.

AFP