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Tausende Passagiere von Flugausfällen wegen Warnstreiks in Hamburg betroffen

Ein Warnstreik des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen hat am Montag die Reisepläne tausender Passagiere durchkreuzt.

Streikende Bodenmitarbeiter in Hamburg

Streikende Bodenmitarbeiter in Hamburg

Ein Warnstreik des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen hat am Montag die Reisepläne tausender Passagiere durchkreuzt. Mindestens 74 Flüge fielen aus, rund 9000 Passagiere waren betroffen, wie eine Flughafensprecherin sagte. Die Lage im Flughafen sei aber "ruhig".

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte am Sonntagabend kurzfristig zu dem Warnstreik am Montag ab 3.00 Uhr morgens aufgerufen. Verdi fordert unter anderem eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste.

Die rund 1000 Arbeitnehmer sind am Hamburger Flughafen unter anderem für die Flugzeug- und Gepäckabfertigung, den Busverkehr und die Reinigung der Flugzeuge zuständig. Eine Verdi-Sprecherin meldete am Morgen eine hohe Streikbeteiligung. Der Warnstreik sollte den kompletten Tag über andauern.

Die Betreibergesellschaft des Helmut-Schmidt-Flughafens rief Reisende wegen des Ausstands dazu auf, "ausreichend Zeit einzuplanen". Die Fluggäste sollten außerdem "das aufgegebene Gepäck auf ein Minimum reduzieren". Wem es möglich sei, der solle nur Handgepäck mitnehmen.

Der für die Bodenverkehrsdienste zuständige Flughafen-Manager Christian Noack attackierte die Gewerkschaft scharf. "Dieser unangekündigte 24-Stunden-Streik ist zum jetzigen Stand der Tarifverhandlungen völlig überzogen und maßlos", erklärte er. Die Arbeitgeberseite habe bereits für die nächste Verhandlungsrunde am Montag und Freitag dieser Woche ein überarbeitetes Angebot zugesagt und stehe auch dazu. "Verdi fordert jedoch mehr, als die Bodenverkehrsdienste in angespannter Marktlage überhaupt erwirtschaften können."

Verdi kritisiert das bisherige Arbeitgeberangebot als unzureichend. Die bestreikten Dienstleister Groundstars, Cats und Stars seien Tochterunternehmen der Flughafenbetreibergesellschaft, die mehrheitlich dem Bundesland gehört. Der aktuelle Einstiegslohn für Bodenverkehrsdienste liege mit 10,76 Euro pro Stunde deutlich unter dem städtischen Mindestlohn von 12 Euro, mahnt Verdi. Dabei erzielte der Flughafen deutliche Überschüsse.

Neben Hamburg verhandelt Verdi derzeit auch an den Flughäfen Düsseldorf, München, Bremen und Hannover über Haustarifverträge.

AFP

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