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Tesla-Milliardär Musk will Twitter nun doch kaufen

Elon Musk und Twitter-Logos
Elon Musk und Twitter-Logos
© AFP
Nach monatelangem Streit will US-Milliardär Elon Musk den Onlinedienst Twitter nun doch kaufen - und zwar zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen. Das teilte Musks Anwalt mit. Bedingung ist ein Ende des laufenden Rechtsstreits mit Twitter über die Übernahme. Der Prozess zu dem Streit sollte nach Gerichtsangaben am 17. Oktober beginnen.  

Musks Anwalt schrieb in einem am Dienstag von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Brief an Twitter, die Übernahme solle zu den im April beschlossenen Bedingungen vollzogen werden. Twitter bestätigte den Eingang des Briefes und erklärte: "Es ist die Absicht des Unternehmens, diese Transaktion abzuschließen." Der Kauf soll demnach zum ursprünglich angebotenen Preis von 54,20 Dollar (rund 54 Euro) pro Aktie erfolgen. 

Der 51-jährige Multimilliardär legte die Gründe für seine Kehrtwende nicht offen. Auf Twitter schrieb er nur kryptisch, den Onlinedienst zu kaufen, beschleunige "die Schaffung von X, die App für alles". Im August hatte Musk gesagt, Twitter könne für seine ursprüngliche Vision des X.com-Unternehmens hilfreich sein, das er 1999 gegründet hatte. X.com war ein Start-Up für Online-Bankgeschäfte, das später in PayPal aufging.

Twitter und Musk hatten im April eine Übernahme des Kurzbotschaftendienstes durch den reichsten Menschen der Welt für einen Preis von 54,20 Dollar pro Aktie verkündet. Der Kaufpreis lag damit bei 44 Milliarden Dollar. Am Mittwoch kurz nach Handelsbeginn lag der Kurs der Aktie bei knapp 51 Dollar. 

Anfang Juli hatte Musk den Deal überraschend platzen lassen - wegen angeblich "falscher und irreführender" Angaben des Kurzbotschaftendienstes. Hintergrund ist die Zahl von Fake- oder "Bot"-Konten auf Twitter. Musk wirft Twitter vor, die Zahl der echten Nutzer zu hoch anzugeben. 

Twitter weist Musks Anschuldigungen zurück und zog vor Gericht, um den Multimilliardär zum Vollzug der Übernahme zu zwingen. Der Prozess sollte am 17. Oktober im US-Bundesstaat Delaware beginnen. Aber "ich denke, Musk ist klar geworden, dass er diesen Prozess nicht gewinnen wird", sagte der Jura-Professor Carl Tobias von der Universität Richmond der Nachrichtenagentur AFP.

Die bevorstehende Twitter-Übernahme durch Musk löst bei vielen Kritikern die Sorge aus, dass der Milliardär die Schleusen des Onlinenetzwerks für noch mehr Desinformation und Verschwörungstheorien öffnen könnte. Musk hatte sich als Verfechter der Meinungsfreiheit stilisiert und unter anderem angekündigt, dass nach seiner Übernahme von Twitter der rechtspopulistische frühere US-Präsident Donald Trump den Dienst wieder nutzen dürfe. 

Der Ex-Präsident war von Twitter ausgeschlossen worden, nachdem es Anfang 2021 infolge der von Trump geschürten und durch nichts belegten Zweifel an der US-Präsidentenwahl zum gewaltsamen Sturm auf das Kapitol in Washington gekommen war.

AFP

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