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Thyssenkrupp will geplante Aufspaltung des Konzerns absagen

Thyssenkrupp rechnet nicht mehr mit grünem Licht aus Brüssel für die Stahlfusion mit dem indischen Unternehmen Tata Steel und will deshalb die geplante Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen

Mitarbeiter in Thyssenkrupp-Werk

Mitarbeiter in Thyssenkrupp-Werk

Thyssenkrupp rechnet nicht mehr mit grünem Licht aus Brüssel für die Stahlfusion mit dem indischen Unternehmen Tata Steel und will deshalb die geplante Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen absagen. Die beiden Partner gingen davon aus, "dass die Europäische Kommission das Joint Venture nicht genehmigen wird", erklärte der Essener Industriekonzern am Freitag. Grund seien die anhaltenden Bedenken der Kommission gegen den Zusammenschluss der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit Tata Steel.

Der Thyssenkrupp-Vorstand habe daher die "strategischen Optionen für das Unternehmen neu bewertet" und werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, die geplante Teilung abzusagen, hieß es in der Mitteilung weiter. Stattdessen wolle sich der Konzern "grundlegend neu ausrichten" - dazu gehöre unter anderem eine "schlankere Holding-Struktur". Der Vorstand will dem Aufsichtsrat dabei auch vorschlagen, das Aufzugsgeschäft von Thyssenkrupp an die Börse zu bringen.

Thyssenkrupp hatte seine geplante Aufspaltung in zwei Unternehmen im vergangenen Jahr angekündigt. Eigentlich waren zwei "fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen" geplant.

Thyssenkrupp Industrials sollte ein reines Industriegüterunternehmen werden und aus drei Einheiten bestehen - dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Kernanlagenbau. Thyssenkrupp Materials sollte ein Werkstoffkonzern werden, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel und die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint.

AFP