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Todkranker britischer Junge Alfie Evans gestorben

Das Schicksal des todkranken britischen Kleinkindes Alfie Evans bewegte zahlreiche Menschen, führte zu einem erbitterten Rechtsstreit zwischen den Eltern und Ärzten und rief sogar Papst Franziskus

Blumen und Spielzeug für den kleinen Alfie

Blumen und Spielzeug für den kleinen Alfie

Das Schicksal des todkranken britischen Kleinkindes bewegte zahlreiche Menschen, führte zu einem erbitterten Rechtsstreit zwischen den Eltern und Ärzten und rief sogar Papst Franziskus auf den Plan. Jetzt ist der 23 Monate alte Junge in einem Krankenhaus in Liverpool gestorben. Nach Angaben seiner Eltern starb er in der Nacht auf Samstag, nachdem sein Beatmungsgerät am Montag abgeschaltet worden war.

"Unserem Baby sind heute Nacht um 2.30 Uhr Flügel gewachsen", schrieben die jungen Eltern Kate James und auf Facebook. "Wir sind untröstlich. Wir danken allen für ihre Unterstützung." Der 21 Jahre alte Vater schrieb außerdem: "Mein Gladiator hat seinen Schild niedergelegt (...) Ich liebe dich, mein Junge".

Das Kinderkrankenhaus Alder Hey in , in dem der an einem seltenen degenerativen und unheilbaren Hirnleiden erkrankte Alfie starb, sprach der Familie sein Beileid aus. Trauernde legten vor der Klinik Blumen und Spielzeug nieder und zündeten Kerzen an. Auf einer Karte stand: "Alfie ist für immer in unseren Herzen eingeschreint. Fliege hoch, kleiner Mann!"

Am Nachmittag ließen hunderte Menschen in einem nahegelegenen Park blaue und violette Luftballons aufsteigen. Sie folgten einem Aufruf von "Alfie's Army", einer Unterstützergruppe mit mehr als 800.000 Mitgliedern auf .

reagierte betroffen. "Ich bin tief berührt vom Tod des kleinen Alfie", erklärte er am Samstag. "Heute bete ich besonders für seine Eltern, während ihn Gott zärtlich in die Arme schließt."

Die Eltern hatten in einem monatelangen Rechtsstreit vergeblich versucht, eine Weiterbehandlung ihres Kindes zu erzwingen. Der kleine Alfie lag seit Dezember 2016 mit einer unheilbaren Hirnerkrankung im Krankenhaus. Die Ärzte der Klinik stuften den Fall als hoffnungslos ein und wollten die lebenserhaltenden Geräte abschalten.

Dagegen setzten sich die Eltern bis zuletzt juristisch zur Wehr. Der Vater und die 20 Jahre alte Mutter zogen bis vor den Obersten Gerichtshof Großbritanniens und den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof, unterlagen aber immer wieder. Laut britischem Recht können Eltern keine Fortsetzung einer Behandlung verlangen, wenn die Last der Behandlung eindeutig den Nutzen für das Kind überwiegt.

Die Eltern wollten ihren Sohn schließlich zur Behandlung in ein Kinderkrankenhaus in Rom verlegen. Auch das verwehrte ihnen die britische Justiz. Zuletzt scheiterte am Mittwoch ein Berufungsantrag der Eltern. Bereits am Montagabend war das Beatmungsgerät des Jungen abgeschaltet worden. Er atmete dann zunächst selbstständig weiter.

Papst Franziskus persönlich hatte sich wiederholt für den kleinen Jungen eingesetzt. Er empfing den Vater im Vatikan zu einer Privataudienz und schrieb auf Twitter, er hoffe, der Wunsch der Eltern nach einer "neuen Form der Behandlung" für ihr Kind werde erfüllt. Die italienische Regierung verlieh Alfie sogar die italienische Staatsbürgerschaft, um eine Verlegung des Jungen in das Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom zu erleichtern.

Der Fall fand wegen des öffentlichkeitswirksamen Engagements der Eltern weit über Großbritannien hinaus Beachtung. Hunderttausende Menschen unterstützten die Eltern in einer Petition, in den katholisch geprägten Ländern Italien und Polen wurden Mahnwachen abgehalten.

Nach der letzten Justizentscheidung in dem Fall versuchte Thomas Evans am Donnerstag, die Gemüter zu beruhigen. Er rief die Unterstützer auf, nach Hause zu gehen, und dankte den Klinikmitarbeitern für "ihre Würde und Professionalität". Er, seine Frau und das Krankenhaus wollten nach dem langen Rechtsstreit "eine Brücke bauen und sie überqueren." Das Krankenhaus appellierte am Samstag, die Privatsphäre der trauernden Eltern und des Klinikpersonals zu respektieren.

AFP

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