Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich insgesamt 247 Arbeiter unter Tage. 128 Kohlekumpel wurden ins Krankenhaus gebracht. Mehr als 750 Rettungskräfte und Sanitäter waren im Einsatz.
Retter mit Schutzhelmen suchten am Sonntag weiter nach den zwei Vermissten. Laut Berichten der Staatsmedien wurde ein Roboter in die Grube hinabgelassen, um die Bedingungen unter Tage zu prüfen.
Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass die Bergbaugesellschaft "schwere Verstöße" gegen Vorschriften begangen habe, sagte ein Behördensprecher. Laut Medienberichten war mehr als die Hälfte der Arbeiter am Freitag in den Schacht eingefahren, ohne vorher ordnungsgemäß registriert zu werden. Laut Vorschrift hätten die Kohlekumpel vor Schichtbeginn eine Gesichtserkennung durchlaufen oder Tracking-Geräte mit unter Tage nehmen müssen.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde ein "Verantwortlicher" des Unternehmens in Gewahrsam genommen. In dem Bergwerk beschäftigte Arbeiter warfen dem Unternehmen mangelnde Fürsorge vor und schilderten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten sich von ihrem eigenen Geld Schutzhelme kaufen müssen.
In Reaktion auf das Unglück ordnete die chinesische Regierung ein landesweites hartes Vorgehen gegen "illegale und rechtswidrige Aktivitäten" an. Dazu gehörten etwa die Fälschung von Sicherheitsdaten, ungenaue Angaben zum Personal unter Tage und illegale Auftragsvergaben.
Die Explosion im Liushenyu-Kohlebergwerk ist das folgenschwerste Grubenunglück in China seit fast zwei Jahrzehnten. 2009 waren bei einer Explosion in einem Bergwerk in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang 108 Menschen ums Leben gekommen.
Die Provinz Shanxi ist eine der ärmeren Regionen Chinas und das Zentrum der Kohleförderung des Landes. China hat trotz des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien den weltweit größten Kohleverbrauch. Die Sicherheit in Bergwerken in dem Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verbessert, trotzdem gibt es immer wieder Unfälle.