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Tory-Mitglieder beginnen mit Wahl für Johnson-Nachfolge

Liz Truss gilt als Favoritin
Liz Truss gilt als Favoritin
© AFP
Rund drei Wochen nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Boris Johnson haben die Mitglieder seiner konservativen Partei am Montag mit der Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin begonnen. Zur Wahl stehen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Die Stimmen können noch bis 2. September per Briefwahl oder Online abgegeben werden, das Ergebnis soll drei Tage später bekannt gegeben werden. Meinungsumfragen sehen Truss derzeit deutlich vor Sunak. 

Die Tory-Abgeordneten hatten die beiden für die Stichwahl um das Amt des Parteivorsitzenden und somit auch des Regierungschefs ausgewählt. Johnson war am 7. Juli nach einer parteiinternen Revolte gegen seine viel kritisierte Amtsführung zum als Parteivorsitzender zurückgetreten, was automatisch auch das Aus als Premierminister bedeutet.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Entscheidung Sunaks, von seinem Amt als Finanzminister zurückzutreten. Seine Demission führte zu einem regelrechten Exodus von dutzenden Kabinettsmitgliedern, Johnson konnte sich nicht länger im Amt halten. Nach Angaben von Meinungsforschern nimmt ein großer Teil der knapp 200.000 Tories Sunak den Schritt übel. 

Informationen der "Sunday Times" zufolge wird ihr Groll auch vom scheidenden Premierminister geteilt. Offiziell gibt sich Johnson neutral; wie das Blatt jedoch berichtete, soll er Mitarbeitern gesagt haben, er wolle seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin noch einige Ratschläge mit auf den Weg geben, "wer auch immer sie sein mag".

Nach einer Reihe führende Tory-Vertreter stellte sich am Montag auch Finanzminister Nadhim Zahawi hinter Truss. Zahawi begrüßte deren Ankündigung, angesichts der hohen Lebenshaltungskosten die Steuern sofort senken zu wollen. "Liz versteht, dass der Status quo in Krisenzeiten keine Option ist", schrieb Zahawi im "Telegraph" und griff damit den Plan seines Amtsvorgängers an, zunächst die Inflation zu senken und erst danach die Steuern.

Am Montag wollten sich die beiden Kandidaten in südwestenglischen Exeter erneut den Fragen ihrer Parteimitglieder stellen. Es ist die zweite von insgesamt zwölf derartigen Runden bis zur Bekanntgabe des Siegers oder der Siegerin.

ans/gt

AFP

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