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Trump mischt sich in Kampf um May-Nachfolge ein

US-Präsident Donald Trump hat sich am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Großbritannien in den Kampf um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Theresa May eingeschaltet.

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat sich am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Großbritannien in den Kampf um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Theresa May eingeschaltet. Nach Trumps Ansicht würde der ehemalige britische Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson "eine sehr gute Arbeit machen". Trump und Johnson führten ein 20-minütiges Telefongespräch. Auch der derzeitige Außenminister Jeremy Hunt würde laut Trump "gute Arbeit" machen. Der US-Präsident traf sich zudem mit dem rechtspopulistischen EU-Gegner Nigel Farage.

An der Seite von May lobte Trump den langjährigen Widersacher der Premierministerin am Dienstag in den höchsten Tönen. "Ich kenne Boris, ich mag ihn, ich mochte ihn schon seit Langem", sagte der US-Präsident. Johnson traf Trump wegen Tory-interner Wahlkampftermine für Mays Nachfolge nicht persönlich. Das Telefonat der beiden verlief nach Angaben aus Johnsons Umfeld "freundlich und produktiv".

Trump sagte zudem, er kenne auch Hunt, der ebenfalls für das Amt des Regierungschefs geeignet wäre. Der britische Außenminister befand sich während der Pressekonferenz in den Reihen der Zuhörer. Trump hatte nach Angaben aus dem Umfeld Hunts auch eine direkte Begegnung mit dem britischen Politiker geplant, ebenso wie mit Umweltminister Michael Gove.

Anders als Johnson hatte sich Hunt vor dem Brexit-Referendum 2016 eigentlich für den Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. Allerdings kritisierte der 52-Jährige das Auftreten Brüssels in den Verhandlungen um den Austritt später als "arrogant". Gove dagegen ist ein führender Brexit-Hardliner in Mays Kabinett.

Johnson, Hunt und Gove gehören zu den insgesamt elf Kandidaten, die sich um die Nachfolge Mays als Vorsitzende der konservativen Partei und damit zugleich um den Posten des Regierungschefs bewerben. Trump hatte bereits vor seiner Großbritannien-Reise verkündet, Johnson wäre ein "hervorragender" Premierminister. Zudem hatte er die Regierung in London zu einem harten Brexit ermuntert.

Das umstrittene Treffen zwischen Trump und dem Rechtspopulisten Farage fand im Sitz des US-Botschafters statt. Er habe eine "gute" Begegnung mit Trump gehabt, schrieb Farage später im Onlinedienst Twitter. "Er glaubt wirklich an den Brexit und liebt seine London-Reise."

Trump hatte der britischen Regierung vor Beginn seiner Reise empfohlen, Farage in die Brexit-Verhandlungen mit Brüssel einzubeziehen. Farages neue Brexit-Partei war bei der Europawahl Ende Mai mit knapp 31 Prozent der Stimmen aus dem Stand stärkste Kraft geworden.

AFP