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Trump rudert bei Abzug von Truppen aus Syrien weiter zurück

Nach seiner Ankündigung zum sofortigen Abzug aller Soldaten aus Syrien ist US-Präsident Donald Trump weiter zurückgerudert.

US-Präsident Donald Trump bei der Kabinettssitzung

US-Präsident Donald Trump bei der Kabinettssitzung

Nach seiner Ankündigung zum sofortigen Abzug aller Soldaten aus Syrien ist US-Präsident Donald Trump weiter zurückgerudert. Er habe "niemals" gesagt, "wir gehen über Nacht raus", sagte Trump bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Die syrische Armee verkündete derweil den Abzug von hunderten kurdischen Kämpfern aus der Stadt Manbidsch, um die es seit langem Streit zwischen der Türkei und den USA gibt.

Trump hatte vor Weihnachten seine Mitarbeiter und Verbündeten mit der Ankündigung überrascht, umgehend alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, da der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gewonnen sei. Sein Verteidigungsminister James Mattis reichte daraufhin seinen Rücktritt ein, zahlreiche US-Politiker kritisierten die Entscheidung. Westliche Verbündeten und die syrischen Kurden zeigten sich alarmiert.

Am Montag versicherte Trump jedoch nach einem Gespräch mit dem republikanischen Senator Lindsey Graham, er werde die Truppen "langsam" abziehen und den Kampf gegen die letzten IS-Reste fortführen. Am Mittwoch sagte er dann, er wolle zwar "nicht für immer in Syrien bleiben", denn dort gebe es keinen "enormen Reichtum", sondern nur "Sand und Tod". Allerdings habe er "niemals" gesagt, "wir gehen über Nacht raus", betonte Trump.

Politiker und Experten hatten gewarnt, dass ein sofortiger Abzug zu einem Wiedererstarken der IS-Miliz führen könne und dem Iran und Russland in Syrien das Feld überlassen würde. Insbesondere wurde befürchtet, dass die syrischen Kurden ohne US-Unterstützung schutzlos einem Angriff der Türkei ausgeliefert wären, deren Präsident Recep Tayyip Erdogan seit Wochen mit einer neuen Offensive in Nordsyrien droht.

Der Türkei ist die US-Unterstützung für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) seit jeher ein Dorn im Auge. Sie betrachtet die Präsenz der Kurdenmiliz an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Sie will auf jeden Fall verhindern, dass die Kurden in Syrien Autonomie erhalten.

Vor einem Jahr attackierte die türkische Armee mit verbündeten syrischen Rebellen die kurdische Region Afrin. Zwei Jahre zuvor hatte sie bereits eine Offensive weiter östlich gestartet und die YPG und die IS-Miliz von der Grenze zurückgedrängt. Seit der Einnahme von Afrin droht Erdogan immer wieder mit einer Offensive auf die YPG-Gebiete im Osten, darunter die strategisch wichtige Stadt Manbidsch.

Angesichts von Erdogans erneuter Drohung riefen die Kurden Ende Dezember die Regierung in Damaskus um Hilfe an, die daraufhin Truppen entsandte. Am Mittwoch meldete die Armee, knapp 400 kurdische Kämpfer hätten die Stadt in einem Konvoi in Richtung der kurdischen Gebiete östlich des Euphrat verlassen. Dabei habe es sich nicht um YPG-Kämpfer, sondern um Angehörige verbündeter Milizen gehandelt.

In der letzten Rebellenbastion Idlib gab es derweil heftige Gefechte zwischen der protürkischen Rebellenallianz Nationale Befreiungsfront und dem Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham (HTS). Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den seit Dienstag andauernden Kämpfen bereits mindestens 75 Kämpfer auf beiden Seiten getötet, auch sechs Zivilisten seien ums Leben gekommen.

Demnach weiteten sich die Gefechte von der Provinz Aleppo auf die angrenzenden Provinzen Idlib und Hama aus. Die Dschihadisten liegen in Idlib seit langem mit rivalisierenden Rebellengruppen im Konflikt, weshalb es immer wieder blutige Gefechte und Anschläge gibt. In der Region gilt seit der Einrichtung einer Pufferzone eine Waffenruhe mit den Regierungstruppen, doch wird die Feuerpause immer wieder verletzt.

AFP