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Trump und Biden kämpfen im Schlüsselstaat Florida um unentschlossene Wähler

Donald Trump und First Lady Melania
Donald Trump und First Lady Melania
© © 2020 AFP
Im Rennen um die US-Präsidentschaft haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden im umkämpften Schlüsselstaat Florida ein Wahlkampf-Duell auf Distanz geliefert.

Im Rennen um die US-Präsidentschaft haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden im umkämpften Schlüsselstaat Florida ein Wahlkampf-Duell auf Distanz geliefert. Während Trump in der Stadt Tampa am Donnerstag ein baldiges Ende der Corona-Pandemie trotz der mehr als 90.000 gemeldeten Neuinfektionen an einem Tag beschwor, warf Biden dem Präsidenten bei einem Auftritt in Broward County die Verbreitung des Virus durch "Superspreader-Events" bei seinen großen Wahlkampf-Veranstaltungen vor. Facebook-Chef Mark Zuckerberg warnte derweil vor möglichen Unruhen nach der Wahl.

Trotz des Rekordwertes von 91.295 neuen Ansteckungsfällen innerhalb von 24 Stunden versprach Trump seinen Anhängern, auf einen erneuten Lockdown zu verzichten. "Wir werden nie wieder einen Lockdown haben", sagte der Präsident, an dessen Seite auch First Lady Melania Trump auftrat.

Im Falle eines Wahlsiegs der Demokraten werde es dagegen kein normales Leben geben, sagte Trump in Tampa im Westen Floridas weiter. Dass er selbst eine Corona-Infektion überstanden habe, zeige, dass das Virus besiegbar sei. "Wisst Ihr, unterm Strich ist es so: Ihr werdet wieder gesund."

Der Darstellung Trumps, wonach eine komplette Stilllegung der Wirtschaft drohe, sollte Biden die Wahl gewinnen, widersprach der 77-jährige Oppositionskandidat. "Ich werde die Wirtschaft nicht stilllegen. Ich werde das Land nicht stilllegen. Aber ich werde das Virus stilllegen," sagte Biden vor Anhängern in Broward County im Osten des Bundesstaates

Der Demokrat kritisierte auch Trumps Großveranstaltungen: Diese seien "Superspreader-Events", bei denen Trump nicht nur Viren, sondern auch Zwietracht im Land verteile. Im Gegensatz zum Präsidenten hält sein Konkurrent die Kundgebungen unter Corona-Abstandsregeln ab, bei denen die Menschen ihm von ihren Autos aus zuhören.

Gemessen an den absoluten Fallzahlen sind die USA das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 228.600 Menschen starben in den Vereinigten Staaten bereits an den Folgen der Viruserkrankung Covid-19. Im Wahlkampf ist die Corona-Krise zentrales Thema - Bidens Demokraten werfen Trump vor, die Kontrolle über das Virus verloren zu haben.

Trump verwies am Donnerstag auch auf die deutliche Erholung der Wirtschaft. Die Statistikbehörde BEA hatte zuvor mitgeteilt, dass das US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um hochgerechnet 33,1 Prozent zugelegt habe.

Florida gehört zu den wahlentscheidenden sogenannten Swing States, in denen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner am 3. November gewinnen könnten. Bei der Wahl vor vier Jahren hatte Trump seine Rivalin Hillary Clinton in Florida besiegt.

Von Florida aus flog Trump weiter in den ebenfalls umkämpften Bundesstaat North Carolina; dort musste eine geplante Wahlkampfkundgebung wegen des Hurrikans "Zeta" jedoch abgesagt werden. Am Freitag wollen beide Kandidaten in jeweils drei Schlüsselstaaten im Mittleren Westen weitere Wahlkampfauftritte absolvieren. Trump und Biden treten beide in Wisconsin und Minnesota auf. Der Präsident reist außerdem nach Michigan und sein Herausforderer nach Iowa.

Vor dem Hintergrund der politischen Polarisierung in den USA und womöglich tage- oder wochenlanger Verzögerungen bei der Verkündung des Wahl-Ergebnisses warnte unterdessen der Chef des Online-Netzwerkes Facebook, Mark Zuckerberg, vor potenziellen Unruhen. "Ich bin besorgt, dass bei einer so gespaltenen Nation die Gefahr von gesellschaftlichen Unruhen besteht", sagte Zuckerberg.

Ebenfalls aus Angst vor Unruhen kündigte der US-Handelsriese Walmart an, sein Waffen- und Munitionssortiment aus den Verkaufsregalen zu entfernen. Die Artikel sollen vorübergehend nur noch auf Anfrage an die Kunden verkauft werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Osten der USA war es zuletzt nach tödlichen Polizeischüssen auf einen Afroamerikaner zu Ausschreitungen gekommen.

AFP

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