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Trump wirbt bei Großdemonstration von Abtreibungsgegnern um konservative Basis

Mit einer Rede vor tausenden Abtreibungsgegnern hat US-Präsident Donald Trump im Wahljahr die Nähe zur konservativen Basis gesucht.

US-Präsident Trump

US-Präsident Trump

Mit einer Rede vor tausenden Abtreibungsgegnern hat US-Präsident Donald Trump im Wahljahr die Nähe zur konservativen Basis gesucht. Trump nahm am Freitag als erster US-Präsident der Geschichte am jährlichen "Marsch für das Leben" (March for Life) in Washington teil, der größten Demonstration von Gegnern von Schwangerschaftsabbrüchen in den USA. Den oppositionellen Demokraten warf der Präsident vor, beim Abtreibungsrecht die "radikalsten und extremsten Positionen" zu vertreten.

Er selbst setze sich wie kein Präsident vor ihm für den Schutz des ungeborenen Lebens ein, sagte Trump. "Ungeborene Kinder haben noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus gehabt." Mit Blick auf das gegen ihn laufende Amtsenthebungsverfahren sagte Trump: "Sie sind hinter mir her, weil ich für euch kämpfe, und wir kämpfen für jene, die keine Wahl haben."

Trumps Teilnahme am "Marsch für das Leben" weniger als zehn Monate vor der Präsidentschaftswahl war ein klares Signal an die konservative Wählerschaft, die Trump für eine Wiederwahl braucht. Während sein Vizepräsident Mike Pence bereits in der Vergangenheit persönlich an der Kundgebung der Abtreibungsgegner teilgenommen hatte, hatte Trump sich bislang lediglich in Videobotschaften an die Demonstranten gewandt.

Das Abtreibungsrecht gehört seit Jahrzehnten zu den strittigsten innenpolitischen Themen in den USA. Trump hatte die Wahl 2016 auch dank seines starken Rückhalts bei der religiösen Rechten gewonnen, für welche die Abschaffung des Abtreibungsrechts ein Kernanliegen ist. Bei der Wahl im kommenden November dürfte das Thema erneut eine wichtige Rolle spielen.

Der Oberste US-Gerichtshof hatte 1973 in einer historischen Entscheidung Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich für legal erklärt. Befürworter des Rechts auf Abtreibungen befürchten aber, dass dies rückgängig gemacht oder eingeschränkt werden könnte. Trump hat seit Amtsantritt zwei konservative Richter an den Supreme Court berufen, in dem das konservative Lager damit inzwischen in der Mehrheit ist.

AFP