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Türkischer Regierungschef für Neubeginn mit Deutschland

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat sich vor seinem Besuch in Berlin für einen Neubeginn im Verhältnis zu Deutschland ausgesprochen.

Yildirim mit Merkel im Februar 2017 in München

Yildirim mit Merkel im Februar 2017 in München

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat sich vor seinem Besuch in Berlin für einen Neubeginn im Verhältnis zu Deutschland ausgesprochen. "Nun ist die Zeit gekommen, um eine neue Seite aufzuschlagen", sagte Yildirim in einem Interview mit den ARD-"Tagesthemen", das am Mittwochabend gesendet werden sollte. Er wolle bei seinem Besuch am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "alle Themen ohne Zensur besprechen".

"Lasst uns eine neue Seite aufschlagen, die Vergangenheit vergessen, in die Zukunft blicken und unsere Beziehungen noch weiter ausbauen", sagte der Regierungschef. Die deutsch-türkischen Beziehungen seien auch für Europa wichtig. "Deutschland ist das Rückgrat Europas. Die Türkei ist das Rückgrat der Region", sagte Yildirim. Auch für "die etwa vier Millionen Türkischstämmigen" in Europa sei das Verhältnis wichtig.

Die Beziehungen Deutschlands und der Türkei sind schon seit 2016 schwer belastet, doch bemühten sich beide Seiten zuletzt um eine Annäherung. Neben dem harten Vorgehen der türkischen Regierung gegen ihre Kritiker sowie ihre jüngst gestartete Offensive gegen die Kurden in Syrien stößt in Berlin vor allem auf Kritik, dass der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel auch ein Jahr nach seiner Festnahme weiter ohne Anklage in der Türkei in Haft ist.

In dem Interview äußerte Yildirim die Hoffnung auf eine rasche Freilassung Yücels. "Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird. Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird", sagte Yildirim. Allerdings entscheide nicht die Regierung, sondern die Justiz über Yücels Fall. Bereits Anfang Januar hatte die Regierung zugesagt, sich für die Beschleunigung des Verfahrens einzusetzen, doch ist bisher nichts passiert.

AFP

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