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Über ein Drittel des erzeugten Stroms stammt aus Kohlekraftwerken

Braunkohle-Bagger im Tagebau Garzweiler II
Braunkohle-Bagger im Tagebau Garzweiler II
© AFP
Über ein Drittel (36,3 Prozent) des in Deutschland erzeugten und eingespeisten Stroms stammt aus Kohlekraftwerken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte, stieg dieser Wert im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr sogar an - damals lag der Anteil bei 31,9 Prozent. Das Ifo-Institut forderte, so viele Quellen wie möglich für die deutsche Stromversorgung zu nutzen.

Trotz der hohen Gaspreise stieg laut Statistikamt auch die Stromerzeugung aus Erdgas um 4,5 Prozent an. Sie machte im dritten Quartal noch 9,2 Prozent des eingespeisten Stroms aus. Damit wurde erstmals seit dem zweiten Quartal 2021 wieder mehr Strom aus Erdgas erzeugt als im jeweiligen Vorjahreszeitraum.

Trotzdem ging insgesamt die aus konventionellen Energieträgern erzeugte Strommenge im Jahresvergleich um drei Prozent zurück und machte zuletzt noch 55,6 Prozent der eingespeisten Strommenge aus. Das lag unter anderem am deutlichen Rückgang der Atomenergie: Sie hatte zuletzt einen Anteil von nur noch 7,4 Prozent am der eingespeisten Strommenge, im Vorjahreszeitraum waren es noch 14,1 Prozent. Ende vergangenen Jahres waren drei der Kraftwerke im Zuge des Atomausstiegs abgeschaltet worden.

Demgegenüber stieg der Anteil der Erneuerbaren an der Erzeugung um 2,9 Prozent auf zuletzt 44,4 Prozent. Besonders deutlich nahm wegen der vielen Sonnenstunden die Einspeisung aus Photovoltaik-Anlagen zu - um über 20 Prozent auf einen Anteil von zuletzt 16 Prozent.

Insgesamt wurden dem Bundesamt zufolge im dritten Quartal in Deutschland 118,1 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist. Das waren 0,5 Prozent weniger als im dritten Quartal des vergangenen Jahres. Die nach Deutschland importierte Strommenge sank zum Vorjahresquartal um 8,8 Prozent - besonders aus Frankreich ging die Menge wegen der dortigen technischen Probleme in den Atomkraftwerken deutlich zurück.

Das Münchner Ifo-Institut forderte, den Ausbau Erneuerbarer und den Bau von Gaskraftwerken, die später Wasserstoff verbrennen können, "massiv zu beschleunigen" - etwa über schnellere Genehmigungsverfahren. Auch Kernkraftwerke sollten nach Überzeugung der Experten erst dann abgeschaltet werden, "wenn andere Kraftwerke zur Verfügung stehen, die kein CO2 ausstoßen".

Deutschland müsse dafür die Kooperation mit Partnerländern vertiefen - der Strommarkt müsse "umfassend geöffnet und flexibilisiert werden".

AFP

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